Das Buchenwald-Kind als lebendes Mahnmal
Stefan Jerzy Zweig, der als Kind das KZ überlebte und durch den Film "Nackt unter Wölfen" zum Mythos wurde, kommt morgen zur KZ-Gedenkfeier auf den Loibl.

Foto © stefanjzweig.deStefan Jerzy Zweig
Als dreijähriges, polnisch-jüdisches Kind ins KZ Buchenwald deportiert, von Polit-Häftlingen versteckt und gerettet, durch das Buch und den Film "Nackt unter Wölfen" in der DDR zum Mythos geworden, erst von den Amerikanern, dann von den Kommunisten auf ein Podest gehoben, 1972 nach Österreich ausgewandert, um ein "normales" Leben als ORF-Kameramann zu führen. Das Leben von Stefan Jerzy Zweig, für dessen Geburt im Ghetto von Warschau 1941 die Eltern die "Geburtsgenehmigung" durch Bestechung einholen mussten, ist abenteuerlich und ungewöhnlich. Äußerst ungewöhnlich auch, dass er nach 26 Jahren in Österreich erst jetzt bereit war, in einem Medium etwas von seinem Leben und seinen Gefühlen preiszugeben.
"Alle Kinder umgebracht". "Ich habe meine Geschichte verschwiegen, ich wollte nicht auf der Vergangenheit aufbauen", sagt der pensionierte Kameramann, einer der ganz wenigen jüdischen Überlebenden des Jahrgangs 1941. "Sie haben alle Kinder umgebracht." Er hat überlebt, dank des illegalen internationalen Lagerkomitees aus politischen Häftlingen, die den aktiven Widerstand planten. Als Stefan Jerzy Zweig, der mit seinem Vater Zacharias ins KZ Buchenwald auf dem Ettersberg bei Weimar deportiert eingeliefert worden war, nach Ausschwitz transportiert werden sollte, auf gin Österreich immer wohl gefühlt und das Land nie im











