Karibik-Mord: Angst vor Freilassung des Täters
Familie der Kärntner Mordopfer befürchtet, dass sich Täter aus dem Gefängnis frei kaufen könnte. Derzeit sitzt der Haitianer hinter Gitter.
Zur Trauer kommt die Angst: Angehörige der ermordeten Klagenfurterin Iris Stupnig (32) und ihres sechs Monate alten Sohnes Robinson (wir haben berichtet) befürchten, dass sich ihr Mörder Rafael C. aus dem Gefängnis frei kaufen wird. Derzeit sitzt der Haitianer - er war der Vater des Kindes - in der Dominikanischen Republik hinter Gitter. "Aber wie lange noch?" fragt sich Gerhard Stupnig (42), der Noch-Ehemann des Opfers. "Treibt er entsprechende finanzielle Mittel auf, könnte er ungeschoren davon kommen. Ich schätze, er kann sich bei korrupten Beamten mit 100.000 Pesos frei kaufen, das sind umgerechnet 2500 Euro." Martin Gärtner, Sprecher des Außenministeriums in Wien, meinte zu diesen Bedenken: "Der Täter ist verhaftet und hat gestanden. Wir gehen davon aus, dass es zu einem Prozess und auch zu einem Urteil kommen wird. Alles andere wäre unverständlich. Unser Honorarkonsulat wird natürlich vor Ort den weiteren Verlauf der Dinge im Auge behalten."
Überführung organisieren. Die Familie braucht jetzt zusätzlich noch Kraft, die schwierige und teure Überführung von Iris und Robinson aus der Karibik zu organisieren. Die beiden sollen in ihrer Heimat Klagenfurt beerdigt werden. "Wir sind gerade dabei, der Mutter diesbezüglich zu helfen", sagt Gärtner. Die Überreste der beiden Verstorbenen befinden sich derzeit in der Gerichtsmedizin der Insel und wurden noch nicht freigegeben.
Details. Immer mehr Details aus der Beziehung der Klagenfurterin und des Haitianers werden bekannt: So soll die junge Mutter mehrfach vor dem gewalttätigen 33-jährigen Taxifahrer gewarnt worden sein. Angeblich konnte sie sich nicht einmal sprachlich mit ihm richtig verständigen. Sie soll ihn auch finanziell unterstützt haben.
Streit. Am 30. Mai kam es in einem Appartement in Sosua, Provinz Puerto Plata, zur Tragödie: Im Zuge eines Streits schoß Rafael C. mit einer 9-Millimeter -Pistole mehrfach auf seinen Sohn und seine Freundin. Auslöser dürfte seine rasende Eifersucht gewesen sein. Die Pistole hatte er legal besessen.










