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Zuletzt aktualisiert: 29.05.2008 um 05:36 UhrKommentare

Spitalspfleger sind mit ihren Kräften am Ende

Zu wenig Personal, zu viele Überstunden, Leistungsdruck und interne Reibereien: Die Pfleger in den Spitälern schlagen Alarm. 200 Betriebsräte der Kages machen mobil.

Spitalspfleger sind mit ihren Kräften am Ende

Foto © APASpitalspfleger sind mit ihren Kräften am Ende

In den steirischen Spitälern droht eine gröbere Revolte des Personals. Am Donnerstag treffen rund 200 Betriebsräte aus allen Spitalsstandorten zusammen, um dem neuen Kages-Vorstand ein Sieben-Punkte-Forderungsprogramm zu präsentieren. Wichtigster Vorstoß: Man will deutlich mehr Personal, um die gewaltigen Überstunden-Guthaben endlich abbauen zu können und die Helfer vom enormen Leistungsdruck zu befreien. Besonders laut stöhnen die Pflegehelfer, die in der Personal-Hierarchie ganz unten stehen. "Aufgrund von Personalmangel stehen viele kurz vor dem Burn Out", heißt es in einem anonymen Brief, der kürzlich an die Politiker versandt wurde.

Arbeitsleid. Die Kleine Zeitung hat mehrere Pflegehelfer befragt, die sich vor lauter Arbeitsleid nicht mehr zu helfen wissen. Im Nachtdienst arbeite man 12 Stunden lang zugleich auf mehreren Stationen, die Diensteinteilung werde oft spontan geändert, aufgrund der häufigen Krankenstände müsse man dauernd einspringen. "Wer sich beschwert, dem wird die Kündigung nahe gelegt", erzählt eine Helferin. Während der Beruf der Krankenschwester immer mehr aufgewertet wird, fühlen sich die Pflegehelfer als "Putzpersonal, Sklaven und Menschen zweiter Klasse", wird erzählt. Das Pflegepersonal, das zu 70 Prozent aus Diplomschwestern und zu 30 Prozent aus Helfern besteht, müsste eigentlich in genau umgekehrtem Verhältnis besetzt werden, meinen Spitals-Insider.

Überfordert. Die Schwestern ihrerseits klagen über einen Wust an Bürokratie, mit dem sie zugeschüttet werden. Kages-Betriebsratschef Manfred Wolf: "In weiten Bereichen herrscht Überforderung." Der Betriebsrat verlangt die sofortige Besetzung aller Planstellen laut Personalbedarfsrechnung, das Ende der so genannten "Anspannung" (Planposten werden absichtlich nicht besetzt) sowie die Finanzierung von Ersatzpersonal bei Teambesprechungen und Fortbildungskursen. Gesundheitslandesrat Helmut Hirt kennt die Probleme: "Ich habe Weisung gegeben, sich diesen Sorgen besonders zu widmen." Die Erstellung der Dienstpläne soll per Modellversuch verbessert werden. Im April wurden 22 neue Stellen geschaffen - für die Betroffenen ist das aber nur ein Tropfen auf den heißen Stein.


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