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Zuletzt aktualisiert: 23.05.2008 um 16:24 UhrKommentare

Wenn der Kärntner Polizeihund zum ersten Mal schnüffelt

Wie läuft eigentlich die Polizeidiensthundearbeit in Kärnten ab? Hier lesen Sie über "Flocki", einem Kärntner Polizei-Junghund beim Erstschnüffeln.

Am Beginn der Polizeihunde-Ausbildung wird die Neugier des Hundes ausgenutzt um ihm wichtige Dinge beizubringen

Foto © KK/PolizeiAm Beginn der Polizeihunde-Ausbildung wird die Neugier des Hundes ausgenutzt um ihm wichtige Dinge beizubringen

"Hmmm, eigentlich geht's mir ja gar nicht so schlecht. Ich krieg ausreichend Futter und hab einen schönen Platz zum Schlafen. Wenn nur dieser Mann nicht die ganze Zeit was von mir wollte. Er streichelt mich oft und seine Kinder hab ich auch gerne. Ab und zu spielt er ja selbst auch selbst mit mir, dass ist dann wirklich toll. Aber so Sachen wie 'Fuß, Platz, Sitz', wie soll ich mir das nur alles merken? Egal. Es freut ihn, wenn ich was richtig mache und dann krieg ich auch immer eine Belohnung von ihm. Also machen wir weiter..."

Polizeidiensthundearbeit. So oder so ähnlich wird es wohl einem Junghund ergehen, wenn er einem Diensthundeführer zur Ausbildung zugeteilt wird. Nach erfolgter Auswahl eines für den Polizeidienst geeigneten Welpen (in der Regel werden die Welpen mit acht Wochen angekauft) beginnt für ihn die Erkundung seines neuen Umfeldes und der weiteren Familienmitglieder des Diensthundeführers. Die Ausnützung seiner vorhandenen Neugierde und seiner natürlichen Triebe erleichtert die Aufbauarbeiten in den verschiedensten Sparten der Polizeidiensthundearbeit.

Grundlage Partnerschaft. Die Erziehung eines Welpen beginnt nicht mit Schelten, sondern im Spiel wird die Partnerschaft Mensch – Hund gebildet. Je lustvoller das Spiel mit dem Hundeführer gestaltet wird, umso freudiger wird der Welpe im Spiel das lernen, was der Hundeführer von ihm erwartet. Dies erfolgt in wöchentlichen Fortbildungen unter Aufsicht von Landesausbildern des Diensthundewesens. Die Eckpfeiler, auf denen ein erfolgreicher Polizeidiensthund ausgebildet wird, sind Selbstsicherheit, Selbstvertrauen und Disziplin.

Das kenn ich doch... Der Welpe und heranwachsende Junghund ist auch in den sogenannten Gewöhnungsübungen (z.B. Straßenlärm, Benützung von Rolltreppen, Zugslärm, Gewöhnung an abgegebene Schüsse und vieles anderes mehr) über die natürliche Veranlagung seiner Triebe immer wieder positiv zu verstärken und ihm somit das Vertrauen zu geben, dass er seine Aufgabenstellungen korrekt erledigt. Nachdem der Welpe zu einem Junghund herangewachsen und die verschiedensten Aufgabenstellungen in der Unterordnung, Fährtenarbeit, Aufbauarbeit im Sicherheits- und Schutzdienst kennengelernt hat, ist ein stetiges Wiederholen der gelernten Lektionen erforderlich.

Übung macht den Meister. Im Bereich der Unterordnung und des einfachen Schutzdienstes (zB. Junghund sucht sein eigenes "Herrl" und verbellt diesen bis zum Empfang seiner Belohnung) werden die Beutespiele in ihrer Schwierigkeit gesteigert und gehen in den Sicherheits- und Schutzdienst. In diesem Bereich ist der Junghund bereits so weit ausgebildet, dass er z.B. einen Schutzhelfer über längere Distanz verfolgt und einen selbständigen Angriff setzt, oder einen Angriff durch einen "Täter" auf den Diensthundeführer abwehren kann. Dies erfolgt nicht nur in freier Natur bei Tag, sondern auch in der Nacht, in Gebäuden mit glatten Böden, engen Gängen, finsteren Kellern und steilen Stiegen. Durch die ständigen Belastungen in den verschiedenen Arbeitsbereichen und Gewöhnungsübungen wird der Junghund dadurch immer wieder in seinem Gesamtwesen und- verhalten von dem Hundeführer und den Ausbildern beobachtet. Eine besondere Herausforderung ist auch die Gewöhnung an den Hubschrauber (Wind der Rotorblätter, Lärm des Hubschraubers im Landeanflug und beim Starten). Diesbezüglich wird bemerkt, dass das Hubschrauberfliegen bisher jedem Junghund noch Spaß gemacht hat.


Ausbildungen

  • 1 Bargeld- und Dokumentenspürhund
  • 1 Brandmittelspürhund
  • 1 Spezialfährtenspürhund
  • 3 Leichen- und Blutspürhunde
  • 3 Sprengstoff- und Waffenspürhunde
  • 5 Lawinenspürhunde
  • 9 Suchtmittelspürhunde

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Foto © Kleine Zeitung Digital/Stotter

So sieht dann der einsatzbereite Polizeihund samt Führer aus...Foto © Kleine Zeitung Digital/Stotter

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Foto © KK/Polizei

...vorher darf aber noch der Spieltrieb ausgelebt werdenFoto © KK/Polizei

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Foto © Kleine Zeitung Digital/Stotter

Ewald Müller ist Polizeihunde-Ausbildungsleiter in KärntenFoto © Kleine Zeitung Digital/Stotter

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