Er stellt Hilfe in die Regale
Der Oberkärntner Gerhard Lassnig hat 1999 in Linz den ersten Sozialmarkt eröffnet. Eine Idee, die mittlerweile österreichweit umgesetzt wird.

Foto © Petuely
Die Preise für Lebensmittel steigen rasant. Die Sozialmärkte (Soma) - fünf davon gibt es auch in Kärnten - werden österreichweit gestürmt. Für nur acht Euro gibt es hier für bedürftige Menschen mit einem niedrigen Einkommen ein volles Einkaufswagerl. Eine Idee, die 1999 von Gerhard Lassnig in Linz geboren wurde. Einem Kärntner, der mit 20 "ausgewandert" ist, und den die Liebe in Oberösterreich Wurzeln schlagen ließ. Gemeinsam mit seiner Frau Dagmar hat der 55-Jährige bei den Sozialmärkten Pionierarbeit geleistet.
Wohin mit den Lebensmitteln. "Wir haben uns eines Tages gefragt, was die Industrie und die Supermärkte eigentlich mit Überproduktionen und Lebensmitteln kurz vor dem Ablaufdatum machen. Wir wollten verhindern, dass Lebensmittel weggeworfen werden", sagt Lassnig. Kontakte mit potenziellen Lieferanten wurden geknüpft und der erste Soma wurde eröffnet. "Die Ware muss eine Wertigkeit haben. Es ist wichtig, dass die Kunden nicht das Gefühl haben, Bittsteller zu sein. Sie gehen zur Kasse und zahlen für die Lebensmittel", sagt Lassnig.
Sozialmärkte. Er kommt aus der Branche, hat in Steinfeld im Drautal Einzelhandelskaufmann gelernt, später die Spar-Filiale in Winklern übernommen und arbeitet jetzt in einem oberösterreichischen Großhandelsbetrieb. 14 Sozialmärkte gibt es mittlerweile unter dem Dach "Soma Österreich und Partner". Lassnig ist eines von fünf Vorstandsmitgliedern. Im Soma in Linz trifft man den Kärntner immer samstags: "Da arbeite ich mit und spreche mit den Menschen, um die Bodenhaftung zu behalten." Gespräche dieser Art haben ihn gelehrt, "dankbar zu sein, dass man auf der anderen Seite steht. Es ist nicht immer das vielzitierte Eigenverschulden. In den Gesprächen mit den Menschen kommt man schnell dahinter, dass jeder schon morgen in einer ähnlichen Situation sein kann", sagt Lassnig. In der spärlichen Freizeit, die ihm neben seinem Job und dem Engagement für den Sozialmarkt bleibt, ist er begeisterter Opa. Von seiner vierjährigen Enkelin Naeni lässt er sich "gerne einteilen".










