Im Kinderpornofall: Lehrer entlassen
Landeshauptmann Jörg Haider nutzte seine Rechte und sprach die fristlose Kündigung aus.
Wie die Kleine Zeitung exklusiv in ihrer gestrigen Ausgabe berichtete, stand ein Berufsschullehrer aus Oberkärnten bereits im März vor Gericht. Der Mann hatte tausende Kinderpornos gehortet. Trotz der Tat, für die der Mann zu fünf Monaten bedingter Haft und 2700 Euro Geldstrafe verurteilt wurde, stand er aber weiterhin im Schuldienst. Disziplinarrechtliche Konsequenzen blieben aus, da die Schulabteilung der Landesregierung nicht von der Staatsanwaltschaft informiert worden war. Die Staatsanwaltschaft wäre aber - schon bei der Einleitung des Verfahrens - dazu verpflichtet gewesen.
Fristlose Kündigung. Landeshauptmann Jörg Haider reagierte jetzt prompt und sprach dem Lehrer Donnerstagmittag die fristlose Kündigung aus. "In so einem Fall müssen klare Konsequenzen gezogen werden", so Haider. Damit sich Fälle wie diese nicht mehr wiederholen, will Haider bei künftigen Vertragsabschlüssen mit Lehrkräften den Nachweis ihrer strafrechtlichen Unbescholtenheit bei Sexualdelikten einfordern. "Bei Vertragslehrern haben wir nämlich keinen Einblick ins Strafregister und das Gericht handelt hier offensichtlich mitunter recht lax." Auch bereits bestehende Dienstverhältnisse mit Vertragslehrern werden nun überprüft. Darüber hinaus will Haider die so genannte Anzeigepflicht für all jene, die beruflich mit Kindern arbeiten, erhöhen. "Derzeit müssen Pädagogen oder Schulärzte Verdachtsfälle von Missbrauch nicht zwingend melden. Das Wegschauen wird einfach gemacht", kritisiert Haider.











