Bilderbuch soll Mamas Schönheits-OP erklären
Chirurg sieht in dem Buch eine lukrative Marktlücke.

Foto © Reuters
Mama lässt sich die Nase richten und den Bauch
verkleinern. Aber wie erklärt sie es ihren Kindern? Mit Hilfe eines
neuen Bilderbuchs - das jedenfalls hofft der Schönheitschirurg
Michael Salzhauer aus Florida. Er will seinen Patienten mit dem Ende
April erscheinenden Buch "Meine schöne Mama" (My Beautiful Mommy)
eine neue Erklärungshilfe an die Hand geben. "Kinder sind sehr
aufmerksam. Man kann einen größeren chirurgischen Eingriff nicht vor
ihnen verstecken", warnte der Arzt aus Bel Harbour.
Hübscher aussehen. Die Operation werde nur ein bisschen wehtun, erklärt die Mutter in
dem Buch ihrer Tochter. "Wieso wirst Du anders aussehen?", fragt der
Nachwuchs. "Nicht nur anders, meine Liebe, sondern hübscher",
antwortet die Mutter. Sie will ihre krumme Nase korrigieren lassen
und außerdem ein bisschen überflüssigen Bauchspeck loswerden.
Kritik, dass Kindern damit ein falsches und überhöhtes
Schönheitsideal vorgeführt würde, lässt Familienvater Salzhauer nicht
gelten. "Die Absicht ist es, Eltern, die ohnehin durch diesen Prozess
gehen, etwas an die Hand zu geben, um es ihren Kindern zu erklären."
Hier sieht der Schönheitschirurg eine Marktlücke. In den USA wurden
nach den Zahlen des Verbandes der Plastischen Chirurgen 2007 fast
348.000 Brustvergrößerungen durchgeführt, 143.000 Mal wurde bei
Frauen Fett abgesaugt.
"Schmetterling". Nach der Operation ist Mama in dem Bilderbuch zunächst hinter
Bandagen versteckt, die Kinder helfen vorbildlich im Haushalt mit.
Dann kommt der große Tag, die Mutter zeigt sich erstmals. "Mama,
Deine Augen funkeln wie Diamanten", ruft das Mädchen. "Du bist der
schönste Schmetterling auf der ganzen Welt." Da steht sie auf
funkelndem rosa Hintergrund, die surreale Prinzessin mit wallendem
Haar, angedeutetem Näschen und einer kaum mehr erkennbaren
Wespentaille.
Verwunderung. Der Verkauf des Buchs über das Internet sei sehr vielversprechend,
erklärte Verlag Big Tent Books. Zunächst wurden nur 4.400 Exemplare
des Buchs gedruckt. Ein bisschen habe er sich schon gewundert, als er
den Inhalt des Buch gesehen habe, räumt Jerry Seltzer von der
Verlagsgesellschaft ein. "Ich dachte, Mama sah schon vor der
Operation unverschämt gut aus." Aber letztlich war er überzeugt, dass
es einen Markt dafür gibt. "Die Frauen lassen sich operieren."
Beispiel. Die 37-jährige Diane Kuplack zum Beispiel. Die Mutter von sechs
Kindern aus Weston hat am Freitag einen Termin bei Salzhauer, um sich
Brustimplantate einsetzen zu lassen. Zuerst sei es nervenaufreibend
gewesen, zu entscheiden, was sie zu ihren Kindern sagen sollte. Das
Buch sei daher genau das Richtige gewesen. "Es erklärt so gut, es hat
ihnen wirklich geholfen, das Ganze zu verstehen", sagte Kuplack.
Vorbild der Natur. Salzhauer, der nach eigenen Angaben im Jahr rund 200 Operationen
durchführt, legt den Kindern ein Vorbild der Natur nahe: Kurz bevor
Mama ihre Bandagen abnimmt, lernt die Tochter in der Schule noch, wie
sich Raupen zu Schmetterlingen verwandeln.











