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Zuletzt aktualisiert: 19.04.2008 um 05:00 Uhr

Sozialmärkte werden gestürmt

30 bis 40 Prozent mehr Kunden in den fünf Kärntner Sozialmärkten aufgrund rasant steigender Lebensmittelpreise. Für acht Euro gibt es hier ein volles Einkaufswagerl.

Die Preise für Butter, Milch und Getreide sind so hoch wie nie zuvor. Die Menschen können sich aufgrund der rasant gestiegenen Preise für Grundnahrungsmittel das Leben zum Teil nicht mehr leisten. Kärnten bildet hier keine Ausnahme. Konsequenz: Die fünf Sozialmärkte (Soma) in Kärnten werden regelrecht gestürmt. Menschen mit geringem Einkommen haben die Möglichkeit, hier günstig einzukaufen. Rund 20 Cent zahlen Kunden für ein Kilo Brot. "Wenn es vom Vortag ist, ist es kostenlos", sagt Dagmar Lassnig. Gemeinsam mit ihrem Mann Gerhard hat sie 1999 in Linz den ersten Sozialmarkt eröffnet (siehe rechts). "Das Einkaufslimit liegt in allen Sozialmärkten bei rund acht Euro. Dafür erhält man ein volles Einkaufswagerl", sagt sie. Sehr oft seien die Preise auch nur symbolisch. Maximal sei ein Drittel des Diskontpreises zu zahlen.

Zweiter Standort in Planung. Kein Wunder also: "Seit Beginn der Teuerungswelle im September 2007 haben wir im Sozialmarkt in Klagenfurt um 40 Prozent mehr Kunden", sagt der Klagenfurter Sozialreferent Christian Scheider. Auf seine Initiative hin hat in der Kaufmanngasse vor acht Jahren der erste Soma Kärntens seine Pforten geöffnet. 1600 Menschen sind "Stammkunden". Ein zweiter Standort in Klagenfurt sei bereits in Planung.

3600 Kunden in Kärnten. Mittlerweile gibt es auch in Villach, Spittal, Wolfsberg und St. Veit Sozialmärkte. Sie verzeichnen ebenfalls einen Kundenzuwachs von 30 Prozent. 3600 Kunden kaufen kärntenweit im Soma ein. Nur wer die Voraussetzungen erfüllt, erhält eine Einkaufskarte. "Oft gibt es schon um zehn Uhr kein Brot mehr", sagt die Geschäftsführerin der Sozialmärkte in Kärnten, Liselotte Suette.

Auf Unterstützung angewiesen. Der gemeinnützige Verein ist auf Lebensmittelspenden angewiesen. "Die Beschaffung ist ein täglicher Kampf. Wir bemühen uns, den Bedarf zumindest annähernd zu decken, und auch das gelingt uns oft nicht", sagt Suette. Sie ist ständig auf der Suche nach Unternehmen, die den Märkten etwas zukommen lassen. Ohne Unterstützung der Gemeinden und des Landes gebe es sie schon längst nicht mehr. Am härtesten ist der Kampf für Suette in Villach: "Das ist die einzige Gemeinde, die uns nicht unterstützt."


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