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Zuletzt aktualisiert: 12.04.2008 um 21:24 Uhr

Millionenstreit um das Erbe von Karl May

Bamberger Verleger Lothar Schmid will den Nachlass des Schriftstellers für 15 Millionen Euro verkaufen. Sachsen bot nur 3,5 Millionen. Und die Frist ist in der Vorwoche abgelaufen.

Winnetou - wohl eines der bekanntesten Werke von Karl May

Foto © APA / ORF Winnetou - wohl eines der bekanntesten Werke von Karl May

Das Kriegsbeil ist ausgegraben: Die von dem Bamberger Verleger Lothar Schmid gesetzte Frist zum Verkauf des Karl-May-Nachlasses ist abgelaufen. Der Freistaat Sachsen hatte für das rund 10.000 Seiten umfassende Erbe 3,5 Millionen Euro geboten. Nach Schmids Einschätzung ein grober Fehler. "Für uns ist das nicht annehmbar", sagt er.

Schnäppchenpreis. Der Verleger hatte 15 Millionen Euro verlangt und sich dabei auf Schätzungen berufen. Demnach seien die Schriften Karl Mays 30 Millionen Euro wert, mit seinem Angebot wollte er dem Freistaat entgegenkommen - zu einem Schnäppchenpreis.

Keine eigene Stiftung. Das Kunstministerium zeigte sich überrascht von der Ablehnung. "Uns liegt bisher noch keine Aussage von Herrn Schmid vor", so eine Sprecherin. Laut Gutachten des Landes sind die Schriften von Karl May etwa sieben Millionen Euro wert. "Unser Angebot ist das, was ich verantworten kann", erklärte Sachsens Kunstministerin Eva-Maria Stange (SPD). Ihren Vorschlag, eine Stiftung zu gründen, lehnt Schmid ab.

Versteigerung? "Sachsen hat seine Chance nicht erkannt", spielt der in Dresden geborene Verleger den Ball zurück. Der Nachlass gehöre in die Heimat Karl Mays. Ratenzahlung oder die Halbierung des Archivs hat Schmid angeboten. Bisher liege laut Ministerium aber keine Bestandsliste vor. So wisse keiner, wie die Hälfte des Nachlasses aussehe. Nun zieht Lothar Schmid eine Versteigerung in Betracht. Es gebe bereits viele private Interessenten. "Wir wollen aber vermeiden, dass die Stücke auseinandergerissen werden", sagt der Verleger.

Letzte Chance. Eine letzte Chance für die Friedenspfeife gibt es: Am 21. April kommt Schmid nach Dresden. Dann will er er mit der Ministerin ein "freundliches Abschlussgespräch" führen. Spielraum sieht er nur bei einer Ratenzahlung, mit dem Preis will er nicht heruntergehen.

Literarischer Nachlass. Der literarische Nachlass des Radebeuler Abenteuerschriftstellers Karl May umfasst nach Angaben des Verlegers zehn Manuskripte mit handschriftlichen Anmerkungen von Karl May, darunter zu Romanen wie "Winnetou IV" oder "Im Reich des silbernen Löwen". Zudem sind mehr als 400 Gedichte, 90 Musikhandschriften, historische Ansichtskarten, 320 Briefe und die Reisepässe erhalten.


Biografie

Der Schriftsteller Carl Friedrich May wurde am 25. Februar 1842 in Ernstthal geboren. Bekannt wurde er vor allem durch seine Reise-erzählungen, die vorwiegend im Orient und in den Vereinigten Staaten und Mexiko angesiedelt sind.

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Bild vergrößernUndatierte Aufnahme des vielgelesenen deutschen Autors Karl MayFoto © APA

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