Stiefvater quälte drei Mädchen
Ein Villacher (29) stand gestern vor Gericht. Er quälte die Töchter seiner Lebensgefährtin. Richterin sprach mit einem Jahr Haft ein "mildes Urteil".
Ein Villacher schlug und demütigte die drei Töchter seiner Lebensgefährtin innerhalb von zwei Jahren immer wieder. Der Zwei-Meter-Riegel von Mann musste sich gestern am Landesgericht Klagenfurt vor Richterin Michaela Wietrzyk für seine Taten verantworten.
Alkohol und Gewalt. Der arbeitslose 29-Jährige lebte mit den drei Mädchen, deren Mutter und zwei weiteren Kindern in einer 58-Quadratmeter-Wohnung in Villach. Das Leben der Familie war von Alkohol und Gewalt geprägt. Auch die Mutter der Mädchen lag oft betrunken im Bett. "Sie wusste ja nicht einmal, welcher Tag gerade war", schilderte der Angeklagte in einer der Vernehmungen.
Mädchen eingesperrt. Das Verhalten der Mutter nutzte er aus, um sich an den Mädchen zu vergehen. Er schlug die Kinder, hob sie hoch und ließ sie wieder zu Boden fallen. Er sperrte die Mädchen ein und demütigte sie. Richterin Wietrzyk hat Aufzeichnungen stundenlanger Einvernahmen der Mädchen auf Video. Ihre Aussagen stimmen überein und schilderten Zustände, die kaum vorstellbar sind. So mussten sich die Mädchen vor ihrem Stiefvater niederknien bis ihnen die Kniescheiben schmerzten. Sie mussten dem Mann die Zehennägel schneiden, die Hornhaut entfernen und sogar seine Zehen ablecken.
Zahlreiche Vorstrafen. Richterin Wietrzyk erteilte das - noch nicht rechtskräftige - Urteil: Ein Jahr unbedingte Haft. Zudem muss der geständige Mann den Mädchen ein Schmerzensgeld von jeweils 300 Euro zahlen. "Eine milde Strafe", meinte die Richterin angesichts der zahlreichen Vorstrafen des Mannes. Heute leben die Kinder von der Mutter getrennt in einem Heim.











