Farbbälle sind "Sprengstoff" für Sport-Chefs
In Teilen Europas ist Paintball anerkannte Sportart. In Kärnten herrscht große Skepsis vor Duellen mit Luftdruckpistole und Farbmunition.

Foto © KoscherDie Paintballspieler hoffen bald als anerkannte Sportler ihre Farbkleckse verteilen zu können. Sportreferent Schantl sagt Nein
Ausgerüstet mit speziellen Luftdruck-Pistolen, Markierer genannt, Farbmunition, Maske, Protektoren und Dressen treten die Teams auf genau gekennzeichneten Spielfeldern beim Paintball gegeneinander an. Wer von einer, mit Lebensmittelfarbe, gefüllten Farbkugel getroffen wird, scheidet aus. Die Regeln dieses, in Teilen Europas als Sportart anerkannten Spiels, sind ganz einfach. Kein Wunder, dass in Österreich 25.000 Personen pro Jahr aufeinander zielen. In Kärnten wagen es 3000 Hobby-Ahtleten auf drei Anlagen.
Kärntner Landesverband. Nun hat sich ein Landesverband gegründet und will als Sportart anerkannt werden. "Es gibt eine österreichische Bundesliga, wir sind in manchen Bundesländern anerkannt, tausende Fans verfolgen die Europaliga und die Weltmeisterschaft", erklärte der Obmann des Paintball-Fachverbandes Kärnten, Bernhard Lackner.
Uniformen streng verboten. Um nicht in die Nähe von Wehrsportgruppen gerückt zu werden, sind "Tarnbekleidung und Uniformen streng verboten. Unsere Spieler tragen Dressen wie andere Mannschaftssportarten". Das alles konnte Sport-Landesrat Wolfgang Schantl nicht überzeugen: "Mit Waffen aufeinander schießen kann nie Sport sein. Von meiner Seite wird es keine Unterstützung geben. Ich kann mir auch nicht vorstellen, dass die Bundessportorganisation (BSO) Paintball anerkennt." Davon geht auch Sport-Staatssekretär Reinhold Lopatka aus: "Ich stehe Paintball negativ gegenüber, denke wie Schantl, denn mit der Anerkennung hat die öffentliche Hand die Pflicht, die Sportart finanziell zu unterstützen. Sport und aufeinander schießen ist ein Widerspruch in sich."
Ablehnung. Dem konnte sich Askö-Kärnten-Präsident Anton Leikam nur anschließen: "Wir lehnten einen Antrag der Paintballer auf Aufnahme in die Askö kategorisch ab. Das hat mit Sport nichts tun tun." Nicht so krass sieht es Asvö-Kärnten-Chef Kurt Steiner: "Wir sind dabei Informationen zu sammeln, uns die Regeln an zu sehen. Viel hängt von der Entscheidung der BSO ab. Wir machen aber keine Vorverurteilung." Trotzdem ist Steiner skeptisch: "Unsere Aufgabe ist die Förderung der Jugend und Paintball darf ich, richtigerweise, erst mit 18 Jahren spielen."
Features
Gelatinekugeln
Paintball kommt aus den USA. Es ist ein Teamspiel bei dem die Akteure die Gegner mit einer speziellen Luft-
druckpistole, geladen mit farbigen Gelatinekugeln, markieren und so aus dem Spiel nehmen. Die Lebens-
mittelfarbe in den Kugeln ist niemals rot.
Spielarten
Big Games, Speedball, Woodland, Sup Air.
Spielorte
Genau abgegrenzte ebene Flächen mit künstlichen Hindernissen oder ein abgesichertes Feld im Wald.
Teams
Drei Mann (Spielzeit drei Minuten), fünf Mann (fünf Min.), sieben Mann (sieben Min.).
Ausrüstung
Ohne Maske darf niemand ein Spielfeld betreten, Knie- und Ellenbogenschützer, Brustschutz, Hose sowie Handschuhe sind Pflicht.
Informationen
Spielen kann man in der Paintball-Arena Klagenfurt (beim Kegel-Leistungszen-
trum), Schreckendorf (St. Kanzian), Puch (bei Gum-
mern). Infos bei Bernhard Lackner, Telefon 0650/411 09 69.










