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Zuletzt aktualisiert: 10.04.2008 um 07:20 Uhr

Thailand: 54 burmesische Flüchtlinge in Lastwagen erstickt

Die Opfer waren Teil einer 120-köpfigen Gruppe gewesen, die sich eng gedrängt in dem nur sechs Meter langen und zwei Meter breiten Container aufhielten. Die Schlepper sind geflohen.

Burmesische Arbeiter in Thailand: Der Wunsch nach Freiheit treibt viele in die Arme von skrupellosen Schleppern

Foto © APBurmesische Arbeiter in Thailand: Der Wunsch nach Freiheit treibt viele in die Arme von skrupellosen Schleppern

Auf der Flucht aus Burma sind in Thailand 54 Menschen in einem Fisch-Kühlwagen erstickt. Die 37 Frauen und 17 Männer gehörten zu einer Gruppe von insgesamt 120 Menschen, die in den verschlossenen Laderaum gepfercht waren, berichtete die Polizei am Donnerstag. Die Schlepper seien geflohen.

Von den überlebenden Burmesen brauchten 21 ärztliche Hilfe. Die anderen wurden wegen illegalen Grenzübertritts festgenommen, teilte die Polizei mit. Der Lastwagen mit den Leichen wurde am späten Mittwochabend am Straßenrand gefunden. Die Überlebenden hatten in einem nahe gelegenen Dorf Alarm geschlagen.

Sauerstoff ausgefallen. "Im Frachtraum fiel der Sauerstoff aus", berichtete der Polizeichef des nahe gelegenen Dorfes Suksamran, Kraithong Janthongbai. Die Burmesen hätten in Panik an die Wände des Laderaums getrommelt, bis der Fahrer in der Nähe von Suksamran gut 200 Kilometer nördlich von Phuket anhielt. Als er die Frachtklappe öffnete und merkte, dass zahlreiche Menschen bereits tot waren, sei er geflohen.

100 Euro für die Fahrt. Die Flüchtlinge kamen aus Kawthaung am Südzipfel von Burma (Myanmar). Der Ort gegenüber des thailändischen Grenzortes Ranong hieß unter britischer Kolonialherrschaft Victoria Point. Von Ranong bis zum Urlauberziel Phuket sind es etwa 300 Kilometer. Nach Angaben der Polizei hatte jeder der Arbeiter zuvor rund 100 Euro für die Reise über die thailändische Grenze bei Ranong bezahlt. In dem Nachbarstaat wollten die Burmesen demnach als Tagelöhner Geld verdienen.


Wanderarbeiter

In Thailand sind rund 540.000 Wanderarbeiter regis-
triert
, die Mehrzahl von ihnen stammt aus dem seit 1962 von einer Militärjunta regierten Burma. Sie werden oft unter unmenschlichen Bedingungen auf Fisch-
kuttern, Plantagen oder in der Bauindustrie eingesetzt. Selbst der Hungerlohn ist aber oft mehr als sie in ihrer Heimat verdienen können.

Foto

Foto © AP

Bild vergrößernDie Mönche führten den Protest im letzten September anFoto © AP

Brutales Militärregime

Mindestens 31 Menschen wurden bei den Protesten im vergangenen Sep-
tember
getötet und Tausende inhaftiert, als das seit 1988 herrschende Militär die friedlichen Proteste mit Gewalt niederschlug. Der Aufstand ging von den buddhistischen Mönchen aus.

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