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Zuletzt aktualisiert: 07.04.2008 um 05:10 Uhr

"Wieder gibt es einen Bahnhof weniger"

Faak am See: ÖBB-Kunden klagen über Verlust von Ansprechpartnern. Bahn verweist auf wachsenden Kostendruck: "Wir müssen den Menschen neue System näher bringen."

Auf modernen Bahnhöfen müssen Menschen lernen, sich allein zurechtzufinden. Auskünfte gibt es fast nur noch per Tonband oder auf Fahrplänen

Foto © KöstingerAuf modernen Bahnhöfen müssen Menschen lernen, sich allein zurechtzufinden. Auskünfte gibt es fast nur noch per Tonband oder auf Fahrplänen

Grauer Stahl, kalte Fliesen und viel Glas prägen moderne Bahnhöfe. Was Fahrgäste allerdings immer öfter vermissen, sind Fahrdienstleiter oder andere Bahnbedienstete. "Erst vor wenigen Wochen ist wieder ein Bahnhof weniger geworden, nämlich Faak am See", klagt ein Kleine Zeitung-Leser. "Er wurde zwar modernisiert, hat hohe Bahnsteige erhalten und ist barrierefrei zugänglich. Aber es gibt dort keinen Fahrdienstleiter mehr. Die Leute sind auf sich allein gestellt."

Internationaler Trend. Die Technik ersetzt immer mehr Personal. Das ist ein internationaler Trend, der auch vor Kärnten nicht Halt macht. Ziel der ÖBB ist es, ist nicht allzu ferner Zukunft den Eisenbahnverkehr in Südösterreich - Kärnten und Steiermark - von einer so genannten Betriebsführungszentrale (BFZ) aus fernzusteuern. "Das heißt im Klartext: Es gibt keinen einzigen ÖBB-Mitarbeiter mehr vor Ort", klagt der besorgte Kleine-Leser.

Spannnungsfeld. ÖBB-Sprecher Christoph Posch versucht im folgenden, die schwierige Position der Bahn im Spannungsfeld zwischen ökonomischem Druck und Kundennähe darzustellen.

Wann kommt das BFZ in Villach? Welche Erwartungen sind damit verknüpft?
Antwort: Auf dem Gelände des Villacher Bahnhofs entsteht ein Neubau für das BFZ. In der ersten Phase ab Jahr 2011 wird der gesamte Zugsverkehr in Kärnten von Villach aus gesteuert. Es dauert dann aber bis 2025, bis Villach auch die Züge in der Steiermark dirigiert. Möglich wird das BFZ durch technische Fortschritte: Erst einheitliche Weichensysteme sind zentral steuerbar.


Christoph Posch, ÖBB

"Es ist Aufgabe der Bahn, Menschen neue Systeme näherzubringen."

Foto

Foto © Stöflin

Christoph Posch ist Pressesprecher der ÖBB in KärntenFoto © Stöflin

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