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Ein paar Stunden aus 1001 Nacht beim Life Ball "Ich habe öfters gelogen" Voriger Artikel Aktuelle Artikel: Chronik Nächster Artikel Ein paar Stunden aus 1001 Nacht beim Life Ball "Ich habe öfters gelogen"
Zuletzt aktualisiert: 07.04.2008 um 05:37 Uhr

Steirerin ging Modelagentur auf den Leim

Der Traum, als Model zu arbeiten, kann verlockend sein - aber auch teuer kommen. Eine Obersteirerin hat draufgezahlt.

Ich glaube, ich bin einer Agentur auf den Leim gegangen", sagt Claudia (Name geändert) aus der Obersteiermark. Über ein Inserat suchte eine Modelagentur mit Sitz in Linz-Pasching nach "Menschen wie du und ich". Worauf sie Kontakt aufnahm und zu einem Casting in ein Grazer Hotel eingeladen wurde. Eines vorweg: Die Steirerin bekam nie einen Auftrag, aber für die Fotos, die beim Casting gemacht wurden, zahlte sie 580 Euro. "Ich habe im Internet einen Bewerbungsbogen ausgefüllt", erzählt sie. Zwei Tage später kam die Einladung zum Casting. "Mir wurde gesagt, es würden Fotos gemacht, die auf die Agentur-Homepage kommen, dort können sie die Kunden ansehen." Und das Model auch buchen.

Rechnung. Aufträge kamen aber keine, sondern nur die Rechnung eine Woche später. "Ich wurde aber vor dem Casting nicht informiert, dass dieser Betrag zu zahlen ist", ärgert sich die Steirerin. Erst als die Fotos gemacht waren, sei das geschehen. "Mir wurde gesagt, den Betrag habe ich mit dem ersten Auftrag herinnen", sagt sie. Die Agentur: Man könne nichts dafür, wenn jemand nicht gebucht werde.

Mitgliedsbeitrag. "Es wird zum Casting eingeladen und dort werden kostenlos Fotos gemacht", so der Agenturchef. Danach würden alle Unterlagen den Teilnehmern mit nach Hause gegeben. Würden die sich für eine Zusammenarbeit entscheiden, "melden sie sich selbst". Dann sei ein monatlicher Mitgliedsbeitrag fällig, jährlich zu zahlen. So kommt man auf den Betrag, den die Leserin bezahlt hat. Seriöse Agenturen, informiert aber die Arbeiterkammer (AK), ziehen diesen Betrag erst vom ersten Auftragshonorar ab. Konter des Agenturchefs: "Solche Agenturen werden Sie nicht finden. Das geht nicht bei Models, die keine Profis sind."

Kein Rücktrittsrecht. Bei der AK kennt man solche Fälle zur Genüge. "Wir raten ab, Verträge abzuschließen, wo man vorab bezahlen muss", sagt Jurist Herbert Erhart. Dabei werde nämlich das Konsumentenschutzgesetz ausgetrickst: Nach dem Casting gibt man dem "Model" den noch nicht unterzeichneten Vertrag mit. Ein paar Tage später wird ein Auftrag in Aussicht gestellt - die Frauen schicken den Vertrag unterschrieben an die Agentur. Damit ist das Rücktrittsrecht weg, das eigenhändige Retourschicken gilt als Vertragsanbahnung. Erhart: "Was anderes wäre, ich lasse mich fotografieren und unterschreibe den Vertrag im Hotel." Da gilt das Rücktrittsrecht, weil der Vertrag außerhalb der Geschäftsräumlichkeiten angebahnt wurde.

MICHAELA AUER

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