Arbeitszeit von Ärzten unter der Lupe
Bei fehlenden Arbeitszeitaufzeichnungen in Krankenhäusern soll kräftig abgestraft werden. Im LKH Klagenfurt werden erlaubte 72 Stunden pro Woche "selten überschritten".
Bis zu 72 Stunden pro Woche dürfen Ärzte an den österreichischen Krankenhäusern arbeiten. Die Ärztekammer kritisiert, dass es in vielen Fällen deutlich länger ist. Kontrollen seien aber schwierig, weil häufig die Arbeitszeitaufzeichnungen fehlen. Mit einer Gesetzesnovelle will Wirtschaftsminister Martin Bartenstein hier Abhilfe schaffen: Die Geldstrafen bei fehlenden Zeitaufzeichnungen sollen deutlich erhöht werden. Bisher wurde pauschal eine Strafe von maximal von 360 bis 3600 Euro ausgesprochen. Jetzt sollen die Geldstrafen pro fehlender Stundenliste kassiert werden. Bei 100 Mitarbeitern wären das bis zu 360.000 Euro.
Dienstplan. Das Problem, dass mehr als die erlaubten 72 Stunden pro Woche gearbeitet wird, tritt im Landeskrankenhaus Klagenfurt aber eher selten auf. "Wir haben schon lange entsprechende Betriebsvereinbarungen. Andere Bundesländer wie Graz oder Wien könnten sich an uns ein Beispiel nehmen", sagt Betriebsrat Gebhard Arbeiter. Auch fehlende Stundenlisten sind kein großes Thema: "Wir haben eine elektronische Dienstplanung. Wenn es aber Krankenstände oder ungeplante Ausfälle gibt und Dienste getauscht oder zusätzliche Nachtdienste gemacht werden, wird das nicht extra aufgezeichnet", sagt der medizinische Direktor des LKH, Thomas Koperna. Wenn hier höhere Strafen verhängt werden, werde man "den Ist-Plan genauer kontrollieren".
Kabeg zahlt künftig. Ein Kuriosum soll auch abgeschafft werden: Das medizinische Personal steht im Landesdienst. Das Land hat sich bisher über das Arbeitsinspektorat also selbst abgestraft. Künftig soll die Kärntner Spitalsholding Kabeg die Strafen bezahlen. Ein Umstand, den Ärztekammerpräsident Othmar Haas besonders begrüßt. "Man wird mittelfristig auch darüber nachdenken müssen, ob man nicht mehr Personal braucht", sind sich Haas und Arbeiter einig. "Vor allem in sehr kleinen Abteilungen sollte man schauen, ob man nicht doch einen zusätzlichen Arzt einstellt", sagt Koperna.










