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Zuletzt aktualisiert: 04.04.2008 um 05:00 Uhr

Tagesmütter bangen um ihre Jobs

Rund 300 Tagesmütter und Eltern protestierten am Donnerstag vor der Landesregierung gegen einen Mangel an Subventionen. Tagesmütter fürchten um Jobs, Eltern um Betreuungsplätze.

Mit Transparenten mit der Aufschrift "Wir brauchen unsere Tagesmütter" oder "Individuelle Kinderbetreuung" und einem Pfeifkonzert setzte sich am Donnerstagvormittag ein Tross von rund 300 Tagesmüttern, Eltern und Kindern vom ÖGB-Haus in der Klagenfurter Bahnhofstraße zur Landesregierung in Bewegung.

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Debatten: Dörfler und Demonstranten

Kritik. Mit dabei die Organisatoren der Demonstration: Jutta Brandhuber, Regionalgeschäftsführerin der Gewerkschaft der Privatangestellten (GPA), und Valid Hanuna, Betriebsrat der Arbeitsvereinigung der Sozialhilfe Kärntens (AVS). Empfangen wurden die Menschen vom Familienreferenten des Landes, Gerhard Dörfler, gegen den sich ihre Kritik richtete.

108 AVS-Tagesmütter. Der Anlass war, dass die 108 AVS-Tagesmütter einerseits um ihre Jobs bangen, andererseits haben Eltern Angst, dass es für ihre Kinder künftig keine Betreuungsstätten mehr gibt. "Die Nachfrage nach Tagesmüttern ist steigend", sagt Hanuna. Doch die Förderung des Landes reiche nicht aus. Die 1,7 Millionen Euro Subvention 2007 habe nur ein jährliches Kontingent von 425.000 Stunden abgedeckt, geleistet wurden aber 460.000 Betreuungsstunden.

230.000 Euro fehlen. Bei der Protestkundgebung wurde an Dörfler ein Forderungspapier übergeben. Man will eine Aufhebung der Deckelung der Betreuungsstunden. "Die Aufwandsentschädigung von 2,54 Euro pro Kind wurde seit 1997 nicht mehr erhöht. Hier wollen wir eine Verdoppelung erreichen", so Hanuna. Brandhuber rechnete vor, dass mit einer zusätzlichen jährlichen Subvention von 230.000 Euro die Kinderbetreuung bei den Tagesmüttern gesichert sei.


Vergleich

Die Arbeitsvereinigung der Sozialhilfe Kärntens (AVS) beschäftigt 108 Tages-
mütter.
Das sind um 50 weniger als noch vor einigen Jahren. Diese Tagesmütter sind angestellt. Zum Vergleich: Beim Hilfswerk gibt es 37 Tagesmütter. Dazu kommen noch etwa zehn Selbstständige, die keine Förderung erhalten.

Einkommen

Der Stundenlohn einer AVS-Tagesmutter beträgt je nach Dienstalter brutto 2,20 bis 2,40 Euro pro Kind. Im Schnitt verdient eine Tages-
mutter 1000 Euro brutto im Monat. Als Aufwandsent-
schädigung
(räumliche Infrastruktur, Essen, Bastelmaterial etc.) erhalten die Tagesmütter pro Tag und Kind 2,54 Euro. Diese wird jetzt vom Bund besteuert.

Aufwand

Im Jahr 2007 wurden von den AVS-Tagesmüttern in Kärnten 800 Kinder betreut. Dabei wurden 460.000 Betreu-
ungsstunden geleistet. Einen Mangel an Plätzen gibt es in Klagenfurt und Villach. Im Bezirk Hermagor gibt es keine einzige AVS-Tagesmutter.

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