500.000 Euro für die Rechte der Uni-Frauen
Eine knappe halbe Million Euro investiert die Alpen-Adria-Universität Klagenfurt in die Gleichstellung und Gleichberechtigung "ihrer" Frauen. Obwohl das alle gut finden, gibt es manchmal ziemlichen Ärger.
Da schien Rektor Heinrich C.
Mayr selbst überrascht:
"Wenn man alles zusammenrechnet
– Dienstposten, Arbeitszeiten,
Kosten –, investiert
die Universität fast eine halbe
Million Euro pro Jahr in Gender-
Mainstreaming." So viel Geld für
so ein kompliziertes Wort, mag
man/frau – vor allem außerhalb
der Uni – denken.
"Gut investiert".
Nicht so Mayr:
"Das Geld ist gut investiert, denn
es geht darum, die Gleichstellung
durchzusetzen – in Lehre, Forschung,
Strukturen, Organisation
und Job-Besetzungen, einfach
überall, denn wir haben uns in
unseren Leitlinien der Gleichberechtigung
und Geschlechterdemokratie
verschrieben." Positiver
Beleg: "Im Vorjahr wurden
fünf von neun neuen Professuren
mit Frauen besetzt. Sie waren
besser qualifiziert."
Wunder Punkt.
An gelegentlichem Ärger ist
auch Tina Bahovec Schuld, wenn
sie als Vorsitzende des Arbeitskreises
für Gleichbehandlungsfragen
den Finger auf wunde
Punkte legt: "Wir haben den gesetzlichen Auftrag, Diskriminierung
durch Uni-Organe entgegenzuwirken
– ob es um Geschlecht,
Religion, Rasse, ethnische
Zugehörigkeit oder Alter
geht." Wird in einer Stellenausschreibung
ein "junger dynamischer
Bewerber" gesucht, schreitet
sie ebenso ein wie beim
Wunsch nach "älteren erfahrenen
Mitarbeitern".
Transparent machen.
"Wir wollen,
dass die Verfahren transparent
und nachvollziehbar sind. Das
darf nicht von Kriterien wie dem
Geschlecht abhängen." Oft ließen
sich Konflikte im Vorfeld klären;
zweimal in den letzten Jahren
habe der Arbeitskreis die
Schiedskommission angerufen.
Manchmal schlagen die Konflikte
intern und öffentlich hohe
Wellen, wie der Sexismus-Streit
um ein Kalender-Projekt Ende
des Vorjahres.
"Überzogene Darstellung".
Etwas widerwillig räumt auch
Rektor Mayr ein: "Manche sagen,
die Darstellung der Gender-Problematik
werde überzogen dargestellt
und fühlen sich permanent
damit konfrontiert und gehen
in die innere Emigration. Wir
kommen auch nur schwer voran,
weil wir bei jeder Studierenden-
Generation von vorn anfangen
müssen. An den Schulen wird in
der Hinsicht viel zu wenig getan."
Das ist Wasser auf Tina Bahovec?
Mühlen: "Wir werden
manchmal angegriffen, aber das
gehört dazu, wenn man die Sensibilität
erhöhen will. Wichtig ist
die Einrichtung einer Stabsstelle
für Gender-Mainstreaming – und
mehr Personal."
Features
Zum Thema
ak-GLEICH
Der Arbeitskreis für Gleichbehandlungsfragen kämpft gegen Diskriminierung.
Fachabteilung
Fachabteilung für Frauenförderung und Diskriminierungsschutz koordiniert Maßnahmen.
Zentrum
Zentrum für Frauen- und Geschlechterstudien organisiert Gender Studies und fördert Netzwerke von/für Frauen.
Referat
Referat für Frauen- und Gleichbehandlungsfragen der ÖH.










