Jugendbande geschnappt: "Schau, jetzt sind wir berühmt"
Die Wiener Polizei konnte zwei Mädchen und zwei Burschen überführen, die im Februar einem Mann ein Handy rauben wollten und ihn dabei niederstachen. Die Jugendlichen wollten durch den Verkauf gestohlener Handys ihr Taschengeld aufbessern.

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Einer brutalen Wiener Jugendbande, die Ende Februar
einen Mann auf offener Straße niedergestochen hatte, ist nun von der
Polizei verhaftet worden. Die zwei Mädchen und die zwei Burschen im
Alter von 15 bis 17 Jahren wollten dem 27-Jährigen am 21. Februar in
der Franzensbrückenstraße das Handy rauben, berichtete Oberstleutnant
Robert Klug von der Kriminaldirektion 1 (KD 1) am Dienstag bei einer
Pressekonferenz. Als dieser sich zunächst wehrte, stach einer der
Burschen dem Passanten dreimal in den Rücken.
Mann brach auf offener Straße zusammen. Mit der Frage nach der Uhrzeit brachten die Mädchen den
27-Jährigen dazu sein Mobiltelefon aus der Tasche zu nehmen, so der
Kriminalist. Die Burschen umzingelten den Mann von hinten und
bedrohten ihn mit einem Messer. Als der Fußgänger das Handy nicht
hergeben wollte, kam es zur Rauferei. Der mit dem Messer verletzte
Passant konnte zunächst weglaufen, brach nach wenigen Metern aber auf
der Straße zusammen. Der Mann wurde ins Spital gebracht und dort
einen Tag stationär behandelt.
Über Datenbank ermittelt. Ausgeforscht werden konnte das kriminelle Quartett dank eines
aufmerksamen Zeugen und der EKIS-Datenbank (Elektronisches
Kriminalpolizeiliches Informationssystem). Die vier Teenager hatten
kurz vor der Messerstecherei auf ihrem Weg zwei jüngeren Mädchen in
der U-Bahn-Station Kaisermühlen die Mobiltelefone geraubt und eine
weitere Jugendliche beim Praterstern bedroht. Das dritte Mädchen
konnte jedoch schreiend in ein Lokal flüchten, erklärte Klug. Alle
drei Überfälle ereigneten sich im Zeitraum von zweieinhalb Stunden.
Ein Jugendlicher bereits vorgemerkt. Eine der Zeuginnen schnappte dabei den Vornahmen eines Täters auf
- "Elvis". Unter diesem Namen stießen die Beamten im EKIS-System auf
einen vorgemerkten 16-Jährigen, der bei einem Taschenraub im Kurpark
Oberlaa erwischt und von den Zeugen auf einem Foto wiedererkannt
wurde, so Klug. Alle vier Teenager sitzen derzeit in
Untersuchungshaft. Auf das Konto der Bande, zu denen weitere
ausgeforschte Jugendliche gehören, gehen laut Polizei auch Diebstahl,
Hehlerei und der Besitz von verbotenen Waffen. In den Wohnungen der
Mädchen stellten die Ermittler eine Stahlrute sowie einen Schlagring
sicher.
"Jetzt sind wir berühmt". Vor ihrem brutalen Raubzug am 21. Februar, dürften die
Jugendlichen, die mit dem Verkauf der geraubten Handys ihr
Taschengeld aufbesser wollten, nicht kriminell geworden sein,
erklärte Klug. Nachher zeigten sich die Vier aber besonders dreist
und unerschrocken: "Schau jetzt sind wir berühmt", so das Kommentar
eines Mädchen zu Zeitungsberichten über die Messerstecherei. Die
brutale Bluttat in der Franzensbrückenstraße habe die Bande auch
nicht von weiteren Überfällen abgeschreckt, erklärte der Ermittler.
Der Taschenraub, der die Ermittler erst auf die Spur der Bande
führte, fand drei Tage nach den ersten Taten statt.










