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Zuletzt aktualisiert: 18.03.2008 um 13:34 Uhr

Jugendbande geschnappt: "Schau, jetzt sind wir berühmt"

Die Wiener Polizei konnte zwei Mädchen und zwei Burschen überführen, die im Februar einem Mann ein Handy rauben wollten und ihn dabei niederstachen. Die Jugendlichen wollten durch den Verkauf gestohlener Handys ihr Taschengeld aufbessern.

Foto © APA

Einer brutalen Wiener Jugendbande, die Ende Februar einen Mann auf offener Straße niedergestochen hatte, ist nun von der Polizei verhaftet worden. Die zwei Mädchen und die zwei Burschen im Alter von 15 bis 17 Jahren wollten dem 27-Jährigen am 21. Februar in der Franzensbrückenstraße das Handy rauben, berichtete Oberstleutnant Robert Klug von der Kriminaldirektion 1 (KD 1) am Dienstag bei einer Pressekonferenz. Als dieser sich zunächst wehrte, stach einer der Burschen dem Passanten dreimal in den Rücken.

Mann brach auf offener Straße zusammen. Mit der Frage nach der Uhrzeit brachten die Mädchen den 27-Jährigen dazu sein Mobiltelefon aus der Tasche zu nehmen, so der Kriminalist. Die Burschen umzingelten den Mann von hinten und bedrohten ihn mit einem Messer. Als der Fußgänger das Handy nicht hergeben wollte, kam es zur Rauferei. Der mit dem Messer verletzte Passant konnte zunächst weglaufen, brach nach wenigen Metern aber auf der Straße zusammen. Der Mann wurde ins Spital gebracht und dort einen Tag stationär behandelt.

Über Datenbank ermittelt. Ausgeforscht werden konnte das kriminelle Quartett dank eines aufmerksamen Zeugen und der EKIS-Datenbank (Elektronisches Kriminalpolizeiliches Informationssystem). Die vier Teenager hatten kurz vor der Messerstecherei auf ihrem Weg zwei jüngeren Mädchen in der U-Bahn-Station Kaisermühlen die Mobiltelefone geraubt und eine weitere Jugendliche beim Praterstern bedroht. Das dritte Mädchen konnte jedoch schreiend in ein Lokal flüchten, erklärte Klug. Alle drei Überfälle ereigneten sich im Zeitraum von zweieinhalb Stunden.

Ein Jugendlicher bereits vorgemerkt. Eine der Zeuginnen schnappte dabei den Vornahmen eines Täters auf - "Elvis". Unter diesem Namen stießen die Beamten im EKIS-System auf einen vorgemerkten 16-Jährigen, der bei einem Taschenraub im Kurpark Oberlaa erwischt und von den Zeugen auf einem Foto wiedererkannt wurde, so Klug. Alle vier Teenager sitzen derzeit in Untersuchungshaft. Auf das Konto der Bande, zu denen weitere ausgeforschte Jugendliche gehören, gehen laut Polizei auch Diebstahl, Hehlerei und der Besitz von verbotenen Waffen. In den Wohnungen der Mädchen stellten die Ermittler eine Stahlrute sowie einen Schlagring sicher.

"Jetzt sind wir berühmt". Vor ihrem brutalen Raubzug am 21. Februar, dürften die Jugendlichen, die mit dem Verkauf der geraubten Handys ihr Taschengeld aufbesser wollten, nicht kriminell geworden sein, erklärte Klug. Nachher zeigten sich die Vier aber besonders dreist und unerschrocken: "Schau jetzt sind wir berühmt", so das Kommentar eines Mädchen zu Zeitungsberichten über die Messerstecherei. Die brutale Bluttat in der Franzensbrückenstraße habe die Bande auch nicht von weiteren Überfällen abgeschreckt, erklärte der Ermittler. Der Taschenraub, der die Ermittler erst auf die Spur der Bande führte, fand drei Tage nach den ersten Taten statt.


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