Josef NiggasDie letzten Ortskaiser

 

Wenn Sie ein Paradebeispiel für einen Ortskaiser suchen, in Lannach könnten Sie fündig werden. Dort hat seit 23 Jahren Josef Niggas das Sagen. Fleißig, hemdsärmelig, leutselig und gut vernetzt, legte der Landwirt den Samen für eine florierende Gemeinde. Aus einem Dorf wurde ein erfolgreicher Wirtschaftsstandort.

Offenbar ging mit dem Aufschwung des Ortes und dem Zuspruch in der Bevölkerung das Gespür verloren, was sauber ist und was nicht. Reisen, noble Mahlzeiten, Ankäufe für den Privatbereich, der Umgang damit ist schlampig. Es ist eh nur Steuergeld, und wenn Mandatare Beschlüsse abnicken und Landespolitiker zuschauen, ist alles bestens. Das sieht man im Rechnungshof anders. Die Reaktion des Bürgermeisters? Schuld sind die anderen, die Prüfer, die politischen Gegner, die Medien. Eine Gemeindeprüfung, fast eine Majestätsbeleidigung.


Die Ortskaiser der alten Schule, sie werden mit der Zeit aber gehen (müssen). Eine Art Alleinherrschaft ist nicht mehr gefragt. Es brauchen ja nicht unbedingt biedere Gemeindebuchhalter folgen. Es dürfen auch Persönlichkeiten sein, die sich für die Bürger einsetzen und dennoch ein Bewusstsein dafür haben, was korrekt ist. Und was nicht.

Kommentare (1)

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ritus
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Lesenswert?

Ortskaiser gibt es noch genug...

...aber es gibt jetzt zumindest ein Bewusstsein für eine Veränderung, auch wenn sie erst von außen erzwungen werden muss. Wie sehr sich die Gefolgschaft der alten "Majestäten" nach ihrem Abgang noch mit fragwürdigen Mitteln dagegen wehrt, kann man auch an etlichen Beispielen erleben, obwohl die Nachfolger sauber und erfolgreich arbeiten und auch Rückhalt in der Bevölkerung haben. Da kann es sehr HART zugehen.

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