Zur Gewalt bei KrampusläufenDie Hölle ist kein Streichelzoo

 

Die Welt ist in Aufruhr – wen wundert’s? Bei einem Krampusumzug wurden Zuschauer geschlagen. Der Schock sitzt tief. Angeblich gab’s gar Striemen an Oberschenkeln und Wadeln. Ein Gewaltexzess.

Genau hier sei das „Vorsicht Ironie“-Schild eingeschlagen und weiter geht es mit gebührendem Ernst.
Der Brauch rund um die höllischen Gesellen ist uralt. Und seit Anbeginn spielten dabei Grusel, Angst und auch Schmerz eine zentrale Rolle. Der elterliche Hinweis, dass der Krampus die bösen Kinder holt, mag pädagogisch noch so wertlos sein, er hielt sich über Generationen. Weil aber kein „böses Kind“ tatsächlich von finsteren Gesellen geholt wurde, hat die Glaubwürdigkeit der Eltern gelitten.

Sehr wohl tat sich so mancher Lausbub bei Krampusumzügen hervor. Das Spiel: Man ärgere die zotteligen Gesellen so lange, bis sie einen jagen – und lasse sich möglichst nicht erwischen. Funktioniert hat das selten, die tiefblauen Striemen trug man wochenlang wie Orden zur Schau.
Gewaltexzesse bei Krampusläufen sind ein Tabu, da gibt es keine Grauzone. Punkt. Ohne ein paar Striemen am Hintern wird es aber wohl auch nicht gehen. Die Hölle ist schließlich kein Streichelzoo.

Und übrigens: Zwei Paar lange Unterhosen sind ein heißer Tipp.

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