BodenverbrauchEs läuft etwas gewaltig schief

 

Straßen, Gebäude, Energieinfrastruktur: Der Verbrauch fruchtbarer Böden im Land wächst. Und der Verlust läuft in beängstigendem Tempo ab. Nicht Jahrzehnte sind die Takteinheit des Bodenschwunds, er bilanziert in Tagen und Hektar. Geht es in diesem Tempo weiter, ist in 200 Jahren rechnerisch die letzte urbare Ackerfläche Österreichs verbaut.
Solche Rechenspiele werden der Problematik jedoch nicht gerecht. Der fortschreitende Bodenverbrauch hat weitreichende Konsequenzen. Mit jedem zubetonierten Hektar Erdreich geht ein natürlicher Wasserspeicher von 2000 Kubikmetern verloren. Überschwemmungen häufen sich. Und wo nichts versickert, kann auch nichts verdunsten. Das Mikroklima heizt sich auf, Innenstadtbewohner können über diesen Effekt ein sommerliches Lied singen.


Klar ist: Keine entwickelte Gesellschaft kommt ohne Infrastruktur aus. Ein
gewisses Maß an Bodenversiegelung ist unerlässlich. Solange aber auf grünen Wiesen munter Gewerbe- und Einkaufszentren gebaut werden, während bundesweit 400 Quadratkilometer Industrie- und Gewerbeflächen leer stehen, und solange eine Raumordnung zulässt, dass sich das Land weiter zersiedelt, läuft etwas gewaltig schief. Die Folgen holen uns nicht erst in 200 Jahren ein.

Kommentare (1)

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notokey
1
2
Lesenswert?

Eigenartig


Niemand findet es der Mühe wert sich für die Umwelt und deren Folgen für die nächsten Generationen einzusetzen!
Hier werden auch keine Leserbriefe geschrieben! Zu unwichtig!
Aber passend zur egoistischen Gesellschaft: ich bin mir selbst der nächste und was nach mir geschieht berührt mich nicht mehr.

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