100 Prozent für SchulzDer Eros des Neuen

 

Wovon Sultane vom Schlage eines Erdogan wohl träumen – die westliche Demokratie macht’s möglich. Martin Schulz hat bei der Wahl zum Chef der SPD das beste Ergebnis der deutschen Nachkriegsgeschichte eingefahren. Freien Willens haben sich die Sozialdemokaten zu 100 Prozent hinter ihn gestellt.

Ob „Mega-Martin“, wie ihn seine Fans nennen, die enormen Erwartungen wird erfüllen können, bleibt abzuwarten. Bis zur Bundestagswahl im September fließt noch viel Wasser die Spree hinunter. Mit Schulz ist Angela Merkel aber in jedem Fall ein ernsthafter Konkurrent erwachsen. Schulz’ Stärke liegt in einer Schwäche: Er sitzt nicht in der Koalition in Berlin und gilt deshalb als frisches Gesicht – trotz langer EU-Karriere.

Während Merkel sich mit einem trotzigen Trump und Provokationen vom Bosporus herumschlägt, ohne sich als Kanzlerin im Ton vergreifen zu dürfen, kann der neue SPD-Chef nun im Wahlkampf in die Vollen greifen. Im Moment hat Martin Schulz die besseren Karten.

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