Wirbeltiere sterben aus

Ohne Erbarmen

Und die Schuld trägt der Mensch: Fast drei Fünftel der Wirbeltiere starben in neuer "Massenauslöschungsperiode".

 

Zunächst hofft man ja, dass seitens des WWF und der Londoner Zoological Society auf eine Kommastelle vergessen wurde, doch dem ist leider nicht so: Die Zahl der Wirbeltiere ist seit 1970 global um fast 60 Prozent zurückgegangen – in Süßgewässern um unglaubliche 81, in den Ozeanen um 40 und an Land um 38 Prozent.

Dieser bestürzende Befund zu Maß- und Rücksichtslosigkeit ergeht an den Menschen: Er verdreckt oder okkupiert gnadenlos mehr und mehr Lebensraum, der einst vor allem für die Fauna da war, jagt und fischt über jedes Maß, führt Spezies dort ein, wo sie ursprünglich nicht hingehören und Schaden anrichten. Wo Hunger nicht mehr genügt, legt die Gier los.

Die Forscher stellen immer dann "Massenauslöschungsperioden" fest, wenn eine Tierart tausendfach schneller dezimiert wird als dies unter normalen Bedingungen geschehen könnte. Das ist dieses Mal im Wesentlichen dem Homo Sapiens (steht im Latein für "verständiger, weiser oder kluger Mensch" – wahrscheinlich ein grober Übersetzungsfehler) zuzuschreiben.

Künftige Generationen werden wohl nur noch über Internet-Suchmaschinen erfahren, wie viele Tiere ausgesehen haben – nach der Devise: Lasst uns googeln, was unsere Spezies längst ausgerottet hat. Hier vom "Raubtier Mensch" zu sprechen, trifft nicht zu. Ein Tier, dass sich mit derartiger Selbstzentriertheit bedient, wurde noch nicht gefunden.

"Weh dem Menschen, wenn nur ein einziges Tier im Weltgericht sitzt", mahnte einst Christian Morgenstern.

Kommentare (1)

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Irgendeiner
0
1
Lesenswert?

Ja,bekannt,Leute wie E.O.Wilson schreiben seit

Jahrzehnten dagegen an,Hundertschaften von Biologen legen empirische Daten vor, aber was sind naturwissenschaftliche Daten gegen den Lockruf des Bauchnabels.Man hätte vor der Geburt wissen müssen,daß wer sich unter die Trotteln begibt mit ihnen umkommt, man hätts dann zu meiden versucht.

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