Ernährung: Was Kinder wirklich brauchen
Eltern wollen das Beste für ihr Kind. Auch, wenn es ums Essen geht. Aber was ist das Beste? Ein neuer Ernährungsratgeber steht Rede und Antwort und deckt dabei den einen oder anderen Ernährungsmythos auf. Gelesen von Barbara Jauk

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Nicht mehr Hunger und Mangelernährung sind in der westlichen Welt verantwortlich für so manche Erkrankung bei Kindern, sondern übermäßige und falsche Ernährungsgewohnheiten. Der neue Ratgeber "Was Kinder wirklich brauchen" soll Kindern und Eltern dabei helfen, die Freude am Essen wiederzuentdecken.
Keine kleinen Erwachsenen
Kinder sind keine kleinen Erwachsenen, schon gar nicht, wenn es ums Essen geht. Hat man diese einfache Erkenntnis erst einmal gewonnen, kommt man der besseren Ernährung der Kinder bereits einen Schritt näher, so der Tenor im Buch. Kinder wachsen, sind ständig in Bewegung und verbrauchen daher auch mehr Kalorien, deshalb haben sie auch andere Ernährungsbedürfnisse. Wieviel Kinder essen, sei ihnen selbst überlassen, was und wie liegt aber in der Verantwortung der Eltern, die im besten Fall als gute Beispiele vorangehen. Spaß sollte dabei nicht zu kurz kommen, aber ebenso eine gewisse Esskultur bereits in jungen Jahren vermittelt werden. Gewarnt wird vor zu rigiden Vorschriften und Verboten, die zu einem gestörten Verhältnis zur Nahrungsaufnahme führen könnten.
Essverhalten und Geschmacksentwicklung
Geschmack kann erlernt werden. Warum aber greifen Kinder leichter zu Süßem, warum führen schlechte Erfahrungen mit Lebensmitteln oft sehr schnell zu einer Aversion und wie prägen positive Erfahrungen und die Kultur, in der man aufwächst, den Geschmack, diese Fragen und mehr werden im Elternratgeber gelüftet. Ebenso thematisiert wird, was Verbote bei Kindern bewirken, warum Kinder oft regelrecht Angst davor haben etwas Neues auszuprobieren, warum es normal ist, dass die unregelmäßige Nahrungsaufnahme für Kinder normal ist, sowie was zu tun ist, wenn Kinder plötzlich von heute auf morgen zu Vegetariern (das Thema wird in einem eigenen Kapitel abgehandelt) werden.
Ernährungstipps für spezielle Situationen
Welche Nahrungsmittel und Gerichte serviert man seinem Nachwuchs vor Prüfungen, welche vor dem Sport? Was schafft Abhilfe bei übergewichtigen Kindern, wie soll man als Elternteil mit Bulimie oder Magersucht umgehen? Tipps dazu sowie zum Umgang mit Lebensmittelallergien bietet das Kapitel "Ernährungstipps für spezielle Situationen".
In "Mythen und Märchen rund ums Essen" nehmen die Autoren überlieferte Unwahrheiten ins Visier. Von Spinat über Eisenmangel bis hin zu "Kinder-Nahrungsmitteln" wird mit Binsenweisheiten aufgeräumt. Das Kapitel "Nahrungsmittel" bzw. "Getränke" beschäftigen sich indes mit den einzelnen Nahrungsmittelgruppen bzw. Getränken und ihrer Bedeutung für die Ernährung von Kindern. Tipps, wie man den Nachwuchs dazu bringen kann Getreideflocken zu essen, werden ebenso verraten, wie Rezepte für Obst- und Gemüsemuffel.
Ein Rezeptteil am Ende des Ratgebers überzeugt mit Müslikugeln, Gemüseburgern und Powersuppe - Eltern und Kinder.
Features
Die Autoren
Ingrid Kiefer ist Ernährungswissenschafterin und Gesundheitspsychologin sowie Mitarbeiterin der AGES (Österreichische Agentur für Gesundheit und Ernährungssicherheit).
Karl Zwiauer ist Leiter der Abteilung für Kinder- und Jugendheilkunde des Landes klinikums St.Pölten und Österreichs führender Experte zum Thema "Kinder und Übergewicht".
















