ABC der Netzhauterkrankungen
Auf einem so sensiblen Gebiet wie der Netzhauterkrankungen und –therapie werden PatientInnen immer wieder mit Abkürzungen und Fachbegriffen konfrontiert. Das Verstehen der Erkrankung ist für den Erfolg einer Therapie essentiell – daher finden Sie im Folgenden eine Erklärung der wesentlichsten Begriffe.
Ablatioretinae (Netzhautablösung)
Durch Glaskörperzug an der Netzhaut, durch Unfälle oder krankhafte Veränderungen am Augenhintergrund kann sich die lichtempfindliche Netzhautschicht ablösen. Eine Ablatioretinae verläuft schmerzlos, kann aber Symptome wie Lichtblitze, Russregen oder einen sichtbaren Schatten verursachen. Bei Auftreten erster Symptome sollte umgehend ein Augenfacharzt aufgesucht werden. Kleine abgehobene Areale können meist mit Laser behandelt werden, bei fortgeschrittener Ablösung ist eine Operation die Therapie der Wahl.
Alterssichtigkeit (Presbyopie)
Hängt mit einem Elastizitätsverlust der Augenlinse zusammen, die Nahakkomodation, also das Sehen in der Nähe, wird immer schwieriger. Ab einem durchschnittlichen Alter von 40 Jahren beginnen die ersten Beschwerden: Betroffene empfinden Lesen als anstrengend und beginnen Zeitungen und Bücher weiter weg zu halten. Die Alterssichtigkeit kann durch eine Lesebrille korrigiert werden.
AMD
Altersbedingte (oder alters-assoziierte) Makula-Degeneration: eine teilweise erblich bedingte Erkrankung der Netzhaut, die mit fortschreitendem Alter auftritt. Chronischer Nikotingenuss oder starke Lichtbelastung lebenslang können das Auftreten der Erkrankung zusätzlich fördern. AMD kommt in der trockenen und feuchten Form vor. Die trockene Form ist mit etwa 80 % der Fälle häufiger als die feuchte Form.
AMD, feuchte
die seltenere Form der Makula-Degeneration, tritt akut auf und führt zu einer raschen Sehverschlechterung. Typischerweise nehmen Patienten ihr zentrales Umfeld verzerrt wahr: gerade Linien wirken verbogen, Zahlen und Buchstaben wie fremde Zeichen. Häufig fehlen beim Lesen auch einzelne Buchstabenoder Worte. Der Name "feuchte" AMD kommt daher, dasssich Flüssigkeit in oder unter der Netzhaut sammelt. Je nachdem spricht man von einem Ödem der Netzhautoder einer Pigmentepithelabhebung (auch PED genannt). Verantwortlich für die Flüssigkeitsansammlung sind krankhafte neu gebildete Gefäße (CNV), die sich am Augenhintergrund, in der Netzhautmitte, der Makula, bilden und aus denen Plasma und auch Blut austreten kann. All diese Veränderungentreten am Augenhintergrund, also in der Netzhaut, auf und haben nichtsmit trockenen oder tränenden Augen zu tun.
AMD, trockene
die häufigere Form der Makula-Degeneration, bei der es zu Ablagerungen unter der Netzhaut kommt. Diese Ablagerungen, auch Drusen genannt, können vom Augenarzt durch die erweiterte Pupille am Augenhintergrund erkannt werden. Die Krankheit verläuft meist vom Patienten unbemerkt, kann aber nach Jahren zu einer Schädigung und hiermit zu einem Funktionsverlust der Sehzellen führen. Dann spricht man auch von einer "Atrophie" der Makula, d.h. des Sehzentrums, die von Betroffenen als eine langsam zunehmende Sehverschlechterung wahrgenommen wird. Patienten mit trockener AMD benötigen keine spezielle Therapie, können aber durch Lutein beinhaltende Nahrungsergänzungsmittel die Sehzellen stärken und durch Tragen von Kantenfiltergläsern sowohl das Kontrastsehen verbessern, als auch die Netzhaut vor dem schädlichen Anteil des Sonnenlichts schützen.
AmslerTest Der Amsler-Test ist ein quadratisches Rastergitter, das zum Selbsttest zu Hause verwendet werden kann. Ein Auge wird verdeckt, mit dem anderen Auge wird der Mittelpunkt des Gitters fixiert. Sieht man statt eines regelmäßigen Musters verzerrte Linien (Metamorphopsien) oder dunkle Flecken (Skotome), kann das ein Hinweis auf eine Netzhauterkrankung sein.
Applanationstonometrie (AT)
Ist eine gängige Methode, den Augeninnendruck zu messen. Vor der Messung werden spezielle gelbe, betäubende Augentropfen verabreicht. Durch zartes Aufsetzen eines Messzylinders auf die Hornhaut wird der Augeninnendruck bestimmt. Normalerweise bewegen sich die Werte zwischen 10-20 mmHg. Eine gängige alternative Methode ist die Nonkontakttonometrie: hier wird der Augeninnendruck mittels Luftstoß gemessen.
Arteriosklerose
Ist eine krankhafte Veränderung der Gefäßwände. Es kommt zur Verhärtung, Verdickung und dadurch zur Verengung arterieller Gefäße, die Organe mit Sauerstoff und Nährstoffen versorgen. Anfängliche Veränderungen verursachen keine Beschwerden, fortgeschrittene Arteriosklerose kann zu ernsthaften Komplikationen wie Herzinfarkt, Schlaganfall, Erblindung oder arterieller Verschlusskrankheit der Beine führen. Als Risikofaktoren gelten Bluthochdruck, erhöhter Cholesterinspiegel, Diabetes, Übergewicht und Rauchen.
Cotton Wool Herde
Nennt man Veränderungen an der Netzhaut, die aufgrund von Sauerstoffmangel in der Nervenfaserschicht entstehen. Bei der Funduskopie sieht man weiße, flauschige Flecken, die an Baumwolle erinnern. Cotton Wool Herde findet man bei Erkrankungen wie Diabetes mellitus, arterieller Hypertonie oder Verschlüssen der Netzhautvenen.
Diabetische Retinopathie
Ist der Sammelbegriff für Veränderungen am Augenhintergrund, ausgelöst durch die Blutzuckererkrankung. Die Welt Gesundheitsorganisation (WHO) geht davon aus, dass 2002 weltweit rund 5 Millionen Menschen aufgrund von diabetischen Netzhautveränderungen erblindet sind. Da Symptome erst in fortgeschrittenen Stadien auftreten, ist eine regelmäßige Untersuchung des Augenhintergrundes durch einen Augenfacharzt besonders wichtig. Die diabetische Retinopathie wird in eine nicht proliferative und in eine proliferative Form unterteilt.
Diabetisches Makulaödem
Darunter versteht man eine Flüssigkeitsansammlung in der Netzhaut. Die Flüssigkeittritt durch die von der Stoffwechselerkrankung geschädigtenGefäße in das umliegende Gewebe aus und verursacht so eineSchwellung am Augenhintergrund. Diese Veränderung betrifft die Netzhaut, es gibt daher keinen Zusammenhang miteinem feuchten, tränenden Auge. Das Makulaödem verursachteine Sehverschlechterung, kann aber bei einseitigem Auftretenauch über längere Zeit unbemerkt bleiben. Regelmäßige Kontrollender Netzhaut durch den Augenfacharzt sind für die Diagnoseund frühzeitige Therapie besonders wichtig.
EpiretinaleGliose
Durch Vermehrung von Stützgewebszellen der Netzhaut, so genannter Gliazellen, kommt es zur Bildung einer dünnen Membran auf der Netzhautoberfläche. Diese Veränderung wird häufiger nach Netzhaut-Laser oder Netzhautoperationen beobachtet, kann aber im Alter auch ohne ersichtlichen Auslöser entstehen. Wenn sich die epiretinale Membran verdichtet und zusammenzieht, kommt es zu teilweise erheblichen Sehstörungen. Durch einen operativen Eingriff lässt sich die epiretinale Membran entfernen (Membrane Peeling).
Erosion
In der Medizin gebräuchlicher Begriff für einen oberflächigen Gewebsdefekt. Hornhauterosionen können durch minimale Verletzungen entstehen und verursachen drei typische Symptome: Schmerzen, Lichtempfindlichkeit und verstärkten Tränenfluss. Bedingt durch die diabetische Neuropathie kann eine Hornhauterosion auch schmerzfrei verlaufen und so längere Zeit unbemerkt bleiben. Normalerweise heilen Erosionen unter augenärztlicher Behandlung rasch und narbenfrei ab.
Glaskörperblutung
Einblutung in den Glaskörper verbunden mit plötzlicher Sehverschlechterung bzw Sehverlust. Häufigste Blutungsquellen sind Netzhautdefekte und krankhafte Gefäßneubildungen, so genannte Neovaskularisation. Von Betroffenen wird die Blutung oft als "Russregen" oder als "Mückenschwarm" beschrieben. Das Blut löst sich meist innerhalb einiger Wochen wieder auf.
Fluoreszenzangiografie (FLA)
eine spezielle Untersuchung, bei der die Gefäße mit einem gelblichen Farbstoff angefärbt werden. Der Farbstoff wird über eine Armvene injiziert, verteilt sich im gesamten Kreislauf und damit auch in den Netzhautgefäßen, von denen mit einer speziellen Kamera Fotos aufgenommen werden. Dadurch können Gefäßneubildungen bzw. Gefäßveränderungen dargestellt werden.
Funduskopie
Augenärztliche Untersuchung des Augenhintergrundes. Hierbei können unter anderem Veränderungen des Sehnervenkopfes, der Gefäße, oder der Netzhaut festgestellt werden.
Grauer Star (Katarakt)
Darunter versteht man eine Linsentrübung, die bei Diabetikern früher auftreten kann. Durch einen operativen Eingriff kann diegetrübte Linse gegen eine Kunstlinse ausgetauscht werden.Im Allgemeinen sollte der Augenfacharzt mit jedem PatientenNutzen und Risiko dieses Eingriffes individuell diskutieren.
Grüner Star (Glaukom)
Verlust von Nervenfasern der Netzhaut, meist bedingt durch dauerhaft erhöhten Augeninnendruck. Das Fortschreiten der Erkrankung kann der Augenfacharzt anhand von charakteristischen Veränderungen am Sehnervenaustritt beurteilen. Bei Betroffenen kommt es zu zunehmenden Gesichtsfeldausfällen, die bis zur Erblindung führen können. Meist kann der erhöhte Augendruck durch Medikamente, die in Form von Augentropfen verabreicht werden, unter Kontrolle gebracht werden.
Harte Exsudate
Fettablagerungen am Augenhintergrund, die meist zusammen mit Gefäßveränderungen und Flüssigkeitseinlagerungen in der Netzhaut auftreten.
Indocyaningrün (ICG)
Dieser Farbstoff wird über eine Armvene injiziert und reichert sich vor allem in den Gefäßen der Aderhaut an. Mit einer speziellen Kamera können krankhafte Veränderungen festgehalten werden, wie zum Beispiel Gefäße, die von der Aderhaut in die Netzhaut einwachsen.
Intravitreale Injektion
Nach Betäubung durch Augentropfen und gründlicherDesinfektion wird im sterilen Umfeld ein Wirkstoff in dasAugeninnere verabreicht. Die Injektion erfolgt neben derRegenbogenhaut (Iris) durch die weiß glänzende Augenhaut(Sklera). Da das Auge betäubt ist, verspürt der Patient keinenSchmerz und kann bereits kurz nach der Injektion wiedernach Hause gehen. Abhängig vom verabreichten Wirkstoffund abhängig vom Krankheitsverlauf können mehrereInjektionen in regelmäßigen Abständen notwendig sein.
Ischämie
Kommt aus dem Altgriechischen und bedeutet krankhaft verminderte oder unzureichende Durchblutung eines Gewebes. Durch Unterversorgung mit Sauerstoff und Nährstoffen kommt es zum Zelltod und folglich zum Funktionsverlust. Treten Minderdurchblutungen an der Netzhaut auf, treten Symptome wie Gesichtsfeldeinschränkungen, Sehstörungen oder plötzliche Erblindung auf. Als Folge einer chronischen Minderdurchblutung der Netzhaut können sich krankhafte Gefäßwucherungen, so genannten Neovaskularisationen, bilden.
Laser
Gebündeltes Licht wird für kurze Zeit auf die Netzhaut gelenkt und verursacht so gezielt Verödungen von krankhaft verändertem Gewebe oder eine gewünschte Anheftung, z.B. der Netzhaut an ihrer Unterfläche. Eine Laserbehandlung wird bei unterschiedlichen Erkrankungen eingesetzt.
Makula
auch gelber Fleck genannt, ist jene Stelle in der Mitte der Netzhaut mit der höchsten Dichte an Sehzellen. Sie ist die Stelle des schärfsten Sehens. Erkrankungen der Makula, also des Sehzentrums, wirken sich auf das zentrale Gesichtsfeld aus und stören vor allem beim Lesen, Erkennen von Gesichtern, Farbensehen oder beim konzentrierten Fixieren eines Gegenstands.
Nachstar
Bei der Operation des Grauen Stars wird die getrübte eigene Linse operativ entfernt und durch eine Kunstlinse ersetzt, diedirekt in die erhaltene so genannte Linsenkapsel implantiertwird. In ca. 50% der Fälle kommt es innerhalb von 5 Jahren zueiner Trübung der hinteren Linsenkapsel. Wenn die Trübung dieSehkraft maßgeblich beeinträchtigt, kann die Linsenkapsel durch eine ambulante Laserbehandlung (YAG Kapsulotomie)eröffnet werden.
Neovaskularisation (Gefäßneubildungen)
Kommt aus dem Lateinischen und steht für "Gefäßneubildungen". Durch eine Sauerstoff-Minderversorgung der Netzhaut entstehen krankhafte Gefäßwucherungen am Augenhintergrund, die in den Glaskörper einwachsen. Diese neu gebildeten Gefäße sind brüchiger als gesunde Gefäße und neigen daher zu Blutungen. Da diese Gefäßwucherungen vor Auftreten von Komplikationen (z.B. Glaskörperblutungen) keine Beschwerden verursachen, ist es vor allem für Diabetiker wichtig, die regelmäßigen Netzhaut-Kontrollen beim Augenfacharzt einzuhalten.
Netzhaut (Retina)
kleidet wie eine Tapete das Augeninnere aus. In ihr befinden sich die Sinneszellen (Sehrezeptoren), die Licht wahrnehmen und die entsprechende Information an das Gehirn weiterleiten.
OCT
steht für Optische Kohärenztomographie (auf Englisch Optical CoherenceTomography) und ist eine Untersuchung, die zur Darstellung des Augenhintergrundes dient. Mit Laserstrahlen wird die Netzhaut in wenigen Sekunden abgetastet und der Computer errechnet daraus Schichtenbilder der Netzhaut. So können kleinste Veränderungen der Netzhaut zuverlässig erfasst werden, dies dient einer frühen Diagnose, aber auch der Messung des Behandlungserfolges. Wichtig ist das OCT vor allem bei der Dauerkontrolle von AMD- und DMÖ-Patienten, da es zeigt, wann eine erneute Behandlung erforderlich ist.
Ödem
kommt ursprünglich aus dem Griechischen und bedeutet Schwellung. Bei einem Netzhautödem kommt es zu einer Flüssigkeitsansammlung am Augenhintergrund. Dies kann bei unterschiedlichen Erkrankungen beobachtet werden: bei Diabetikern, nach Venenverschlüssen im Auge und auch bei AMD. Die krankhafte Flüssigkeitsansammlung führt ebenfalls zu einer Sehverschlechterung.
Proliferationen
In der Augenheilkunde auch Neovaskularisationen genannt, bezeichnen krankhafte Gefäßneubildungen am Augenhintergrund, die für die proliferative diabetische Retinopathie bezeichnend sind.
PDT
steht für photodynamische Therapie. Vor ca. zehn Jahren entwickelt, wird sie auch heute noch oft angewandt. Hierbei wird dem Patient eine Substanz über die Vene verabreicht, die sich in den Gefäßen anreichert. Darauf wird bei erweiterter Pupille die erkrankte Stelle am Augenhintergrund mit einem Soft-Laser bestrahlt und so das wuchernde Gefäß verödet. Zurück bleibt eine trockene Narbe, die je nach Lokalisation und Größe auch zu einer Sehbeeinträchtigung führen kann.
PED
steht für Pigmentepithel Detachment, also eine Pigmentepithel Abhebung. Das Pigmentepithel ist eine unmittelbar unter der Netzhaut gelegene Schicht. Das Wort "detachment" kommt aus dem Englischen und bedeutet Abhebung. Bei einer PED kommt es also zu einer kleinen Vorwölbung der Netzhaut.
Retinopathie
Erkrankungen der Netzhaut heißen in der Fachsprache Retinopathien. Oft führen Gefäßerkrankungen des Auges zu Netzhauterkrankungen, denn die rund 130 Millionen Sehzellen reagieren auf Versorgungsengpässe sehr empfindlich. Störungen ihres Stoffwechsels können irreversible Schäden hervorrufen und die Sehkraft gefährden. Zu den bekanntesten Gefäßerkrankungen des Auges zählen Diabetische Retinopathien und Retinale Venenverschlüsse.
Retinopathie, nicht-proliferative diabetische
durch ständig erhöhten Blutzuckerspiegel kommt es unter anderem an den dünnsten Blutgefäßen (Kapillaren) zu krankhaften Veränderungen (Mikroangiopathie). Erste Anzeichen sind Ausbuchtungen der Gefäßwand (Mikroaneurysmen), die der Augenfacharzt mittels spezieller Untersuchungen (z. B. Fluoreszenzangiographie) darstellen kann. In weiterer Folge kann es zu kleinen Blutungen, Flüssigkeitseinlagerung (Ödem), Ablagerung von Fetten (harte Exsudate) und Minderdurchblutung der Nervenfaserschicht (Cotton Wool Herde) kommen.
Proliferative diabetische Retinopathie
Bei dieser Form von Netzhauterkrankung kommt es durch Sauerstoffunterversorgung zu krankhaften Gefäßneubildungen (Neovaskularisation), die in den Glaskörper einwachsen. Da diese Gefäße brüchiger sind als normale Gefäße, besteht die Gefahr einer Glaskörperblutung, verbunden mit einer plötzlichen Sehverschlechterung oder einem Sehverlust. Therapie der Wahl ist eine Laserbehandlung.
Rubeosisiridis
Krankhafte Gefäßwucherungen auf der Regenbogenhaut, die unter anderem bei Diabetikern auftreten können. Diese Gefäße können den Abfluss des Kammerwassers behindern und so zu einem Augendruckanstieg führen. Eine Rubeosisiridis muss rechtzeitig erkannt und von einem Augenfacharzt behandelt werden.
Skotome
Gesichtsfeldausfälle, die vom Patienten als dunkle Flecken wahrgenommen werden. Bei der altersbedingten Makula-Degeneration kommt es meist zu Ausfällen in der Bildmitte. Der Bildrand kann hingegen auch bei fortgeschrittener Erkrankung wahrgenommen werden. Es kommt daher bei der AMD zu keinem kompletten Sehverlust.
Synchisisscintillans
Einlagerung von Cholesterinkristallen in den Glaskörper, der das Augeninnere ausfüllt. Diese harmlose Veränderung tritt meist einseitig auf und wird oft bei Diabetikern beobachtet. Eine Entfernung des Glaskörpers ( Vitrektomie) ist meist erst dann indiziert, wenn die Einlagerungen eine Sehverschlechterung verursachen.
Tagesdruckkurve
Augendruckmessung zu mindestens drei unterschiedlichen Uhrzeiten (z.B. 8, 12 und 17 Uhr), um Augendruckschwankungen im Verlauf eines Tages zu erfassen. Neben der Gesichtsfelduntersuchung und der Untersuchung des Sehnervenkopfes, spielt die Tagesdruckkurve eine wichtige Rolle bei Diagnose und Verlaufskontrolle des Grünen Stars.
Ulkus
Allgemeiner Begriff für einen tief greifenden Gewebsdefekt, der infolge einer Entzündung oder infolge mangelnder Durchblutung entstehen kann. Ein Hornhautulkus entsteht durch eine lokale Entzündungsreaktion an der Augenoberfläche. Heilt der Defekt trotz intensiver Behandlung nicht ab, müssen operative Schritte eingeleitet werden. Ein Magenulkus entsteht meist durch eine bakterielle Infektion mit Helicobacterpylori und heilt gewöhnlich nach Einnahme von Antibiotika und Magensäureblockern ab. Ein Ulkus im Bereich der Knöchel, auch "Ulcus cruris" genannt, entsteht meist durch Störung des Blutgefäßsystems. Gerade bei Diabetikern kann es aufgrund der geschädigten Gefäße und der eingeschränkten Immunabwehr zu Wundheilungsstörungen kommen. Daher gehören bereits kleine Wunden in die Hand eines Spezialisten.
VEGF
steht für VascularEndothelial Growth Factor, oder auch Gefäß-Wachstumsfaktor. Darunter versteht man einen Botenstoff, der bei der Neubildung von gesunden, aber auch krankhaften Gefäßen mitwirkt. Da eine Gefäßneubildung im Auge, speziell in der Netzhaut, der Sehfunktion schadet, versucht man die Wirkung des Botenstoffs zu hemmen. Dies gelingt durch Injektion von eigens entwickelten Antikörpern oder Medikamenten, die direkt in den erkrankten Augapfel verabreicht werden. Hierdurch kommt es an der Netzhaut zu einer hohen Konzentration des Wirkstoffs, hingegen nur zu einer geringen Aufnahme des Medikaments in den gesamten Kreislauf.
Visus
ist ein Maß für die Sehschärfe des menschlichen Auges. Gemessen wird die Fähigkeit, zwei nebeneinander liegende Punkte getrennt wahrzunehmen (Auflösungsvermögen). Der Patient bekommt für den Sehtest eine spezielle Probebrille, mit der die Sehschärfe beider Augen unabhängig voneinander bestimmt wird. Durch Einsetzen verschiedener Korrekturgläser wird versucht, ein optimales Ergebnis zu erreichen. Häufig wird die Sehschärfe in Prozent angegeben. Hierbei wird ein Visus von 1,0 mit 100% gleichgesetzt, jedoch können junge gesunde Erwachsene einen Visus zwischen 1,0 und 1,6 erreichen.
Vitrektomie
Entfernen des Glaskörper, der das Auge ausfüllt, und erkrankter Gewebe, wie z.B. Membranen, am Augenhintergrund. Um den Druck im Auge während der Operation aufrecht zu halten, wird der Glaskörper durch Kochsalzlösung ersetzt. Bei der proliferativen diabetischen Retinopathie werden mögliche Glaskörperblutungen abgesaugt, Gefäßwucherungen entfernt und störende Bindegewebszüge gelöst. Auch gewisse Formen von Netzhautablösungen können durch diese Operation behandelt werden. Vor- und Nachteile müssen individuell mit dem behandelnden Netzhautchirurgen diskutiert werden.









