Medikamente, richtig gemanagt
Viele Menschen nehmen jeden Tag eine ganze Hand voll Medikamente ein. Das führt oft zu Anwendungsproblemen.

Foto © ISTOCKIm Alter ändert sich oft Aufnahme und Wirkung von Medikamenten
Die Erkrankungshäufigkeit und daher auch der Medikamentenbedarf nehmen statistisch gesehen mit steigendem Lebensalter zu. Personen über 70 verwenden laut einer Studie durchschnittlich ständig fünf verschiedene Arzneimittel. Mit zwei Blutdruckmitteln, einem Cholesterinsenker, einem Mittel gegen Diabetes und einem gegen rheumatische Beschwerden ergibt es den typischen Medikamenten-Mix, wie er in der Apothekenpraxis regelmäßig vorgefunden wird.
Stoffwechselveränderung
Ein älterer Organismus reagiert jedoch auf Medikamente anders als ein junger: Im Alter verlaufen dieAufnahme von Arzneistoffen aus dem Darm, die Verteilung im Blut, die Verstoffwechselung in der Leber und die Ausscheidung über die Nieren anders als bei einem jungen Menschen. Daher muss gerade bei Senioren die Dosierung genau eingestellt und eingehalten werden und den Zustand bzw. die Leistungsfähigkeit der erwähnten Organe berücksichtigen.
Aus der Apothekenpraxis ist auch häufig zu erkennen, dass die Einnahmevorschriften nicht richtig befolgt werden, d. h. dass oft nicht das richtige Medikament zur richtigen Zeit in der richtigen Dosierung eingenommen wird. Dies wird als "Compliance" bezeichnet und diese nimmt weniger mit dem Lebensalter als vielmehr mit der Anzahl einzunehmender Medikamente ab. Lassen Sie sich daher bei Unklarheiten in Ihrer Apotheke einen Einnahmeplan mitgeben, wo Sie den richtigen Einnahmezeitpunkt – früh/mittags/abends bzw. vor/ während/nach dem Essen – auf einen Blick ablesen können.
Medikamentenmix
Wenn Sie bei mehreren Ärzten in Behandlung stehen oder zusätzlich rezeptfreie Produkte in der Apotheke kaufen, fragen Sie bitte auf jeden Fall, ob diese sich mit Ihren übrigen Medikamenten vertragen. Damit tun Sie viel für eine sichere Arzneimittelanwendung und vermeiden Wechselwirkungen.
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Fragen Sie in der Apotheke nach, bei welcher Einnahme das Medikament die volle Wirkung entfalten kannGrafik © ISTOCK
Fakten
Eine der häufigsten Fragen im Apothekenalltag: "Wann soll ich meine Tabletten einnehmen?"
Morgens/mittags/abends. Blutdruckmittel nimmt man morgens, Tabletten gegen Harnsäure und zur Blutverdünnung üblicherweise mittags, Allergiemittel und Medikamente mit müde machenden Nebenwirkungen abends.
Vor der Mahlzeit. Es gibt Arzneistoffe, die man nüchtern – eine halbe Stunde vor dem Essen – einnehmen soll, da sie gemeinsam mit Nahrung nur schlecht aufgenommen würden, z. B. Schilddrüsenhormone, Osteoporosemittel, Antibiotika und Blutdrucksenker.
Nach der Mahlzeit. Der Verträglichkeit wegen sollten Schmerz-, Rheuma- und Gichtmittel, Cortisone, Parkinsonmedikamente und Blutzuckersenker während des oder kurz nach dem Essen eingenommen werden.






