Auf der Waagschale
Seit jeher leiden Apotheken unter dem Image, besonders teuer zu sein. Dabei überraschen sie mit Angeboten.

Foto © ISTOCK Penible Genauigkeit beim Messen macht die ungewöhnlichen Kommabeträge aus
Wussten Sie, dass die Bezeichnung "Apothekerpreise" aus dem Mittelalter stammt, als die Gewürze und Arzneipflanzen aus fernen Ländern oft mit Gold aufgewogen wurden? Gleichzeitig verstand man darunter auch besonders genau berechnete Preise. Was leisten Apothekerpreise heute? Spielen wir ein bisschen Millionenquiz: Reihen Sie die folgenden Branchen nach der Höhe ihrer Handelsspannen, beginnend mit der höchsten: a) Apotheken, b) Uhren- und Schmuckhandel, c) Drogerie- und Parfumeriewaren und d) Fotohandel. Die richtige Auflösung lautet d), b), c) und zuletzt a). Die sprichwörtlichen Apothekerpreise haben laut einer Studie der KMU-Forschung Austria die niedrigste Spanne.
5000 verschiedene Arzneimittel und Gesundheitsprodukte in 20.000 Packungen lagern in der österreichischen Durchschnittsapotheke. Das entspricht einem Wert von mehr als 100.000 Euro. Neben dem für Kunden sichtbaren Verkaufsraum, der so genannten Offizin, gehören Lagerräume, Labor, Nachtdienstzimmer und Arzneikeller zu jeder Apotheke. Eine ganze Reihe von Überprüfungen und Aufzeichnungen sichern und dokumentieren die Qualität von Waren und Abläufen. Von den knapp 1300 Apotheken versehen jederzeit mindestens 350 Nacht- bzw. Bereitschaftsdienst, was einen Geldwert von 35 Millionen Euro darstellt, der über die Handelsspanne verdient werden muss. Ebenso wie die Kosten für eine Ausstattung mit Laborgeräten, Literatur und EDV sowie der Aufwand für das akademisch ausgebildete Fachpersonal. Viele Kunden wissen auch nicht, dass die Rezeptgebühr nicht das "Körberlgeld" für die Apotheke darstellt, sondern nur für die Krankenkassen eingehoben und an diese weitergeleitet wird. Heute steckt hinter den Apothekerpreisen vor allem viel Leistung, Kompetenz und Qualität. Werte, die ihren – staatlich geregelten – Preis haben.






