Geringes Geburtsgewicht macht anfällig für Depressionen
Die Basis für die emotionale Entwicklung eines Menschen wird schon im Mutterleib gelegt.

Foto © APA / Ralf HirschbergerEin niedriges Geburtsgewicht kann sich negativ auf die psychische Stabilität im Erwachsenenalter auswirken
Kinder, die mit einem
niedrigen Geburtsgewicht zur Welt kommen, sind laut einer kanadischen
Studie im späteren Leben anfälliger für Depressionen und
Angststörungen.
Große Langzeitstudie. In der Studie analysierten Forscher um Ian Colman von der
Universität von Alberta Daten aus einer großen Langzeitstudie. Die
4.600 Teilnehmer kamen 1946 in Großbritannien zur Welt und wurden bis
zum Alter von 53 Jahren mehrmals untersucht. Je geringer das
Geburtsgewicht der Personen war, desto höher war ihr Risiko, später
an Depressionen oder Angststörungen zu erkranken. Selbst Personen mit
nur leichten psychischen Problemen wogen bei der Entbindung
tendenziell weniger, wie die Forscher in der Zeitschrift "Biological
Psychiatry" schreiben.
Kein Stress in der Schwangerschaft. "Klein geboren zu werden, ist nicht unbedingt ein Problem", räumt
Colman ein. "Es ist dann ein Problem, wenn man wegen widriger
Umstände im Mutterleib klein zur Welt kommt." Unter starkem Stress
leidet demnach die Blutversorgung der Gebärmutter und damit auch die
Versorgung des Fetus mit Nährstoffen. Gleichzeitig gibt die Mutter
verstärkt Stresshormone an den Fetus weiter, die möglicherweise die
Entwicklung des Nervensystems und die Reaktion auf Belastung
beeinflussen. Das Resultat der Studie hat laut Colman große
gesellschaftliche Bedeutung. Das Fazit fasst der Forscher in einem
Satz zusammen: "Wir sollten uns besser um schwangere Frauen kümmern."

















