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Zuletzt aktualisiert: 03.12.2007 um 15:18 Uhr

Bessere Hilfe bei Aids

Neue Präparate erhöhen die Lebensqualität der Betroffenen - über Jahrzehnte.

Die Red Ribbons symbolisieren weltweit Soldarität mit HIV-Positiven und AIDS-Kranken

Foto © AP / Eraldo PeresDie Red Ribbons symbolisieren weltweit Soldarität mit HIV-Positiven und AIDS-Kranken

Das Todesurteil bedeutet die Diagnose HIV-positiv schon längst nicht mehr. Ganz im Gegenteil. Die gute Nachricht zum heutigen Welt-Aids-Tag: Ab sofort sind in Österreich und Deutschland neue Medikamente auf dem Markt, die die Lebensqualität der Patienten erheblich verbessern werden.

Nur noch eine Kapsel. "Die neuesten Therapien zeichnen sich durch eine 'Once a day'-Einnahme aus, weisen keine akuten Nebenwirkungen wie einst Übelkeit auf und machen im Gegensatz zu früher keine Nahrungsvorschriften mehr nötig", erklärt Andreas Kapper von der Abteilung für Innere Medizin am LKH Graz West die Vorteile der neuen Präparate. Es handelt sich dabei um eine Kapsel, in der gleichzeitig drei Substanzgruppen verpackt sind.

Problem Resistenzen. Weitere Problemzone der bisher üblichen Therapieansätze: Zehn bis 20 Prozent der Infizierten weisen schon zu Beginn der medikamentösen Behandlung Resistenzen auf. Und anders als bei einer Behandlung mit Antibiotika müssen die Wirkstoffe nicht nur acht Tage lang, sondern eben lebenslang Resistenzen vorbeugen. Daran setzen die neuen Medikamente ebenso an: "Sie blockieren die so genannten Co-Rezeptoren an der Oberfläche der T-Lymphozyten", betont Kapper. Damit verhindern sie, dass sich das Virus in die Zellen einschleicht.

Die Vision. Das langfristige Ziel der Aids-Spezialisten weltweit: das Leiden irgendwann zu einer chronisch behandelbaren Krankheit zu machen. Kapper: "Damit die Diagnose später einmal keinen Einfluss auf die Lebens-erwartung haben wird."

Impfung. Und wie sieht es nun mit einer möglichen Impfung gegen Aids aus? "An effektiven Schutzstoffen wird intensiv geforscht, noch ist sie jedoch noch nicht absehbar", betont er.

JULIA SCHAFFERHOFER

Aids-Erkrankungen

Laut Aidshilfe Österreich gab es von 1983 bis November 2007 insgesamt 2573 Aids-Erkrankungen, davon sind 1449 verstorben. Fast die Hälfte der Erkrankungen (47,84 Prozent) entfällt auf Wien, 79, 1 Prozent der Betroffenen sind Männer.

Steiermark

In der Steiermark sind derzeit 181 Menschen an Aids erkrankt.

HIV-Infektionen

Die Rate liegt österreichweit bei zirka 12.000 bis 15.000 HIV-Patienten, täglich kommen ein bis zwei Neuinfektionen dazu. Im Jahr 2007 gab es bislang 385 Neuinfektionen, das sind um 57 mehr als 2006.

Beratung

Aidshilfe Steiermark, Tel. (0 316) 81 50 50

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