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Zuletzt aktualisiert: 01.10.2007 um 11:55 Uhr

Neue Waffen gegen Rheuma

Entzündungsrheuma: Neue Wirkstoffe in der Antikörper-Therapie bekämpfen Polyarthritis.

Rheumatische Erkrankungen gehören sofort behandelt

Foto © www.pixelio.de / Maren BeßlerRheumatische Erkrankungen gehören sofort behandelt

Die Finger sind geschwollen und lassen sich nur langsam bewegen. Tagsüber verschwindet der Schmerz und wieder gibt es keinen Grund zum Arzt zu gehen. Darin sieht Winfried Graninger, Präsident der Österreichischen Gesellschaft für Rheumatologie, das Problem. "90 Prozent der Gelenksschmerzen sind überlastungsbedingt, aber es besteht das Risiko einer entzündlichen rheumatischen Krankheit." Und diese kann auf Dauer die Gelenke zerstören.

Knochenfraß. Bei Polyarthritis, "Knochenfraß durch Entzündungen", wie es Graninger formuliert, ist die Ursache zwar noch unbekannt, durch moderne Antikörper-Therapien kann die Zerstörung der Gelenke jedoch gestoppt und sogar die Funktion aufrecht erhalten werden. Normales Arbeiten ist wieder möglich. Regelmäßige Infusionen neutralisieren dabei den Entzündungsbotenstoff TNF. "Bei 70 Prozent der Patienten tritt eine Besserung ein, bei 30 sogar der Stillstand der Krankheit", so der Immunologe.

Zwei neue Biologika. Neu sind zwei Biologika, die kürzlich auf dem Amsterdamer Rheumakongress präsentiert wurden: Der Wirkstoff Rituximab richtet sich gegen B-Lymphozyten. Mit einer Spritze pro Halbjahr erreicht man einen völligen Stillstand der Krankheit. Mit Abatacept, das einmal im Monat verabreicht wird, beruhigen sich die T-Lymphozyten.

BIRGIT PICHLER

Weltrheumatag

Auf Entzündungsrheuma und alle anderen rheumatischen Erkrankungen macht am 12. Oktober wieder der Weltrheumatag aufmerksam.

Wissenswert

Polyarthritis ist wie Morbus Bechterew und die Schuppenflechte eine Autoimmunerkrankung, bei der sich das Immunsystem - vereinfacht ausgedrückt - gegen den Körper richtet. Wichtig bei Gelenksschmerzen ist die rasche Abklärung. In der Rheumalandkarte sind Rheumaambulanzen und niedergelassene Ärzte aller Bundesländer verzeichnet.

Behandlung

Klinische Abteilung für Rheumatologie an der Medizinischen Universität Graz, Auenbruggerplatz 15, Tel. (0 316) 385 2645

5. Kärntner Rheumatag

Am 27. Oktober beschäftigt sich eine Infoveranstaltung mit dem Thema. Klagenfurter Messe, Eintritt frei.

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