Bessere Hilfe bei Hepatitis B
Experten warnen: Hepatitis B wird nach wie vor unterschätzt. Ein neues Präparat soll chronischen Patienten nun helfen.

Foto © APAGegen Hepatitis B rechtzeitig impfen
Hepatitis B wird noch immer unterschätzt. "Im Jahr 2005 gab es österreichweit 572 Neuerkrankungen", betont der Innsbrucker Hepatologe Werner Vogel. Weltweit sind es rund zwei Milliarden Menschen.
Chronische Hepatitis. Ob sich eine akute zu einer chronischen Hepatitis B entwickelt, hängt vom Lebensalter zum Zeitpunkt der Infektion ab. "Bei Erwachsenen liegt das Risiko bei bis zu zehn Prozent." Neugeborene entwickeln in rund 90 Prozent der Fälle eine chronische Erkrankung, bei Kindern liegt das Risiko immerhin bei etwa 25 bis 30 Prozent.
Die Infektion. Dass eine Impfung einzig bei Fernreisen wichtig sei, ist schlichtweg falsch. Vogel: "Durch die größere Mobilität tragen weltweit rund 350 Millionen Menschen den Virus in sich." Übertragen wird Hepatitis B durch Körperflüssigkeiten, also durch Geschlechtsverkehr (vor allem von Mann auf die Frau), Blutproben oder durch Schwangere an ihr Kind.
Die Impfung. "Jeder sollte gegen Hepatitis A und B geimpft sein", mahnt der Grazer Hepatologe Rudolf Stauber. Auch Kinder. Die Immunisierung erfolgt in drei Teilimpfungen.
Die Therapie. Wann? "Ab einer Viruszahl von mehr als 10.000 pro Kubikmillimeter Blut", sagt Stauber. Denn: Bereits dann verdopple sich das Risiko eines Leberkrebses. Weitere Folgeerkrankungen: Leberversagen oder -zirrhose. Ein neu entwickelter Wirkstoff (Telbivudan), als Tablette eingenommen, senke gezielt die Polymerase des Hepatitis B-Virus. "Die Ansprechraten von 60 bis 80 Prozent sind gut."
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Wissenswert
Hepatitis B gilt als 100 Mal ansteckender als das HIV-Virus, der zu Aids führen kann. Und: Bei Blutproben ist das Risiko höher, an einer Hepatitis B als C zu erkranken. Nicht die Infektion selbst ist gefährlich, sondern die Folgeerkrankungen wie Leberversagen, Leberzirrhose oder Leberkrebs.

















