Kurze Nächte sind kein guter Life-Style
Ein Viertel der Österreicher soll von Schlafstörungen betroffen sein. Mittlerweile kennt man rund 90 verschiedene Arten der Schlafstörungen.

Foto © APASchlafen wie ein Baby
Kurze Nächte sind auf Dauer kein guter Life-Style:
Ein Viertel der Österreicher soll von Schlafstörungen betroffen sein.
Mittlerweile kennt man rund 90 verschiedene Arten der
Schlafstörungen, informierten Vertreter der Österreichischen
Gesellschaft für Schlafmedizin und Schlafforschung (ÖGSM) am Freitag, den 13. April bei ihrer Jahrestagung in Graz. Zu den häufigsten gehören z.B.
Schlafapnoe wie Schnarchen - letzteres tue etwa jeder zweite, hieß
es.
Sekundenschlaf. Immer häufiger tauche in Medien der Begriff "Sekundenschlaf" und
dadurch verursachte Verkehrsunfälle auf. "Sekundenschlaf ist immer
ein Ausdruck von zu großer Müdigkeit", sagte Präsidentin Birgit Högl
von der Medizinischen Universität Innsbruck. Gründe könnten eine
Schlafapnoe, Schlafmangel - z.B. auf Grund eines verschobenen
biologischen Rhythmus - oder Narkolepsie sein. Letztere werde oft
nicht erkannt, weil Betroffene z.B. auch nicht schnarchen und
genügend schlafen, erklärte Högl. Man nehme an, dass etwa 4.000
Österreicher betroffen sind. In diesem Zusammenhang müssten auch
Polizeibeamte besser geschult werden, meinte Generalsekretär Wolfgang
Mallin vom LKH Hörgas-Enzenbach nördlich von Graz.
Halb Österreich schnarcht. "Man könnte sagen, ab dem 50. Lebensjahr schnarcht halb
Österreich", so Mallin. Heilung gebe es zwar keine, aber eine
lebenslange Therapie. Partner von "Schnarchern" bekämen etwa ein bis
zwei Stunden weniger Schlaf, berichtete Högl.
Schlafapnoe. Es gebe auch eine Tendenz, Schlafstörungen zu bagatellisieren.
Offenbar gehöre es zum Life-Style, mit wenig Schlaf auskommen zu
können, meinte Högl. Vor allem bei Frauen würde z.B. Müdigkeit viel
häufiger als Depression abgetan. Beim so genannten Restless Legs
Syndrom (der Drang, die Beine und manchmal auch die Arme zwanghaft
bewegen zu müssen, Anm.) sei das weibliche Geschlecht doppelt so oft
betroffen wie Männer. Bei Schlafapnoe seien Männer häufiger
betroffen, mit dem Wechsel würden die Frauen "aufholen".
Siebeneinhalb bis acht Stunden. Die Mediziner appellierten daran, Schlafstörungen "unbedingt mit
dem Arzt abklären und nicht mit Schlafmitteln
herumzuexperimentieren". In Spezialambulanzen könnte die jeweilige
Schlafstörung genau diagnostiziert und die richtige Behandlungsform
eingesetzt werden. "Und unbedingt ausreichend schlafen", empfahl
Högl. Grundsätzlich seien dies siebeneinhalb bis acht Stunden für
einen Erwachsenen - immerhin würden z.B. Konzentrations-,
Kommunikations-, Entscheidungsfähigkeit, Immunsystem und Stoffwechsel
davon beeinflusst. Bei der Jahrestagung mit dem Hauptthema "Schlaf
und Gesundheit" sind noch bis zum 15. April rund 150 Ärzte in Graz dabei.

















