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    Med-Uni untersucht Rolle der Mehrfachzucker vor Geburt Gefahren im Planschbecken Voriger Artikel Aktuelle Artikel: Wellness & Gesundheit Nächster Artikel Med-Uni untersucht Rolle der Mehrfachzucker vor Geburt Gefahren im Planschbecken
    Zuletzt aktualisiert: 04.01.2013 um 15:50 UhrKommentare

    Diäten als Einstiegsdroge zu gestörtem Essverhalten

    Die Traummaße à la "90-60-90" sind irrational. Dennoch streben viele Frauen und vor allem pubertierende Mädchen nach ihnen. Ein fatales Streben, das oft in Magersucht oder Bulimie endet.

    Foto © Fotolia: gemenacom

    Eine Model-Branche, die Magersucht zum Schönheitsideal erkoren hat. Ein vermeintlich perfektes Aussehen, das mithilfe von Bildbearbeitungsprogrammen medial vermittelt wird. Von einer "manipulierten Wahrnehmung des Normalen" sprach die Psychologin Michaela Langer gegenüber der APA, die dazu führt, dass überwiegend junge Frauen Essstörungen wie Magersucht (Anorexie) oder Ess-Brechsucht (Bulimie) entwickeln. Grundsätzlich steigt die Gefahr mit der Pubertät, wo "irrationale Vorbilder" es erschweren würden, das geänderte Körperbild zu integrieren, so die Expertin vom Wiener Programm für Frauengesundheit.

    Irrationalität von Traummaßen

    "Die Diät ist dabei eine Art Einstiegsdroge zu einem gestörten Essverhalten", so Langer, wobei neue Studien zeigen würden, dass Diäten indirekt auch zu BMI-Förderern werden können. Würde man zu den drei genannten Störungen noch die große Gruppe der "nicht näher spezifizierten Essstörungen" und das oder das weniger bekannte Binge-Eating-Syndrom dazu nehmen, käme man auch bei vorsichtiger Schätzung auf rund 15 Prozent von Betroffenen in der Gesamtbevölkerung. Konkrete Zahlen gibt es aber nicht, da diese je nach Studie schwanken, was die Problematik aber nicht schmälert.

    Bewusstseinsbildung wichtig

    Neben gesetzlichen Verboten, wie einem Bildbearbeitungsgesetz oder ein BMI-Minimum für Models, ist vor allem die Bewusstseinsbildung der gefährdeten Personen vonnöten. "Es gilt den Jugendlichen bewusst zu machen, dass man mehr als ein Körper ist", forderte Langer eine Abkehr von der Schönheit als einziges Kriterium der Attraktivität.

    Es fehle in unserer Gesellschaft ein Bekenntnis zu einer Körpervielfalt, denn immerhin, der Body-Mass-Index (BMI) definiert seinen gesunden Bereich bei den Werten 19 bis 25, was bei einer Größe von 1,70 Meter ein Gewicht zwischen 54 bis 72 Kilogramm als Bandbreite des "Normalen" ermöglichen würde.


    Binge-Eating-Syndrom

    Das Binge-Eating-Syndrom ist neben Magersucht (Anorexie) und Ess-Brechsucht (Bulimie) eine neue Form der Essstörung. Bei dieser Form leiden die Patienten unter Heißhungerattacken, die sie nicht kontrollieren können.

    Menschen, die unter einer "Binge-Eating-Essstörung" leiden, essen innerhalb relativ kurzer Zeit den kompletten Kühlschrank leer und achten dabei nicht darauf, was sie alles essen. Normalerweise kennt man ein solches Verhalten nur von Bulimiekranken, die aber anders als Menschen mit einem "Binge-Eating" Syndrom, das eben Gegessene sofort wieder erbrechen. Eine Kalorienaufnahme von bis zu 2.500 Kalorien ist bei solchen Attacken nicht selten.

    Quelle: www.psychotherapeutenkammer.de

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