Suizidrate rückläufig, aber Aufklärung nötig
Die steirische Initiative "Go-on" zog Bilanz anlässlich des Welttages der Suizidprävention. Mehr als doppelt so viele Menschen scheiden von eigener Hand aus dem Leben, als es Autounfälle gibt.

Foto © Marija Kanizaj
GRAZ. Es sind erschreckende Zahlen, was die Suizide in Österreich und speziell die Steiermark betrifft. Mehr als doppelt so viele Menschen (1286) scheiden von eigener Hand aus dem Leben, als es Autounfälle gibt. Die Steiermark steht dabei bundesweit mit 263 Menschen an der Spitze. Anlässlich des Welttages der Suizidprävention erläuterte das Kompetenzzentrum Go-on seine Maßnahmen und wiederholte Anliegen an die Öffentlichkeit.
Das Projekt wurde 2011 gestartet, und zwar in den Bezirken Murau und Hartberg. Mürzzuschlag kam dazu und das Projekt soll sukzessive auf die ganze Steiermark ausgeweitet werden. Zum einen steht die Vernetzung von Institutionen im Vordergrund, die mit diesen Fragen zu tun haben. Zum anderen setzt man unter Leitung von Ulrike Schrittwieser auf Schulung und Information. Das Projekt, das vom Land Steiermark finanziert wird, kostet derzeit etwa 150.000 Euro pro Jahr.
Männer begehen etwa dreimal so häufig Selbstmord wie Frauen; kaum bekannt ist aber beispielsweise, dass die Suizidrate mit dem Lebensalter stark ansteigt: "Der typische Suizidfall ist daher ein 65-jähriger Mann", erklärte gestern Schrittwieser.
Eine hohe Verantwortung komme insbesondere den Angehörigen zu. Aussagen wie "Ich bringe mich um" solle man keinesfalls ignorieren. Denn den allermeisten Suizidfällen gehen Depressionen und Ankündigungen voraus. Ein Großteil der Menschen erhängt sich, gefolgt von Tabletten, Erschießen und Springen. Erneut wurden die Medien ersucht, sensibel über Suizidfälle zu berichten, da ansonsten Nachahmungsgefahr besteht.

















