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Zuletzt aktualisiert: 09.08.2012 um 13:18 UhrKommentare

Medizinstudenten sammeln Erfahrung bei 210 Allgemeinmedizinern

Einen authentischen Einblick in die Tätigkeit des Allgemeinmediziners sollen Studierende der Medizinischen Universität Graz mit Hilfe der "Pflichtfamulatur Allgemeinmedizin" im sechsten Studienjahr bekommen.

Foto © Jürgen Fuchs

Seit dem Start des speziellen fünfwöchigen Lehrpraktikums vor sechs Jahren haben 1.000 Studierende auf diesem Weg "draußen" - außerhalb des Krankenhauses - Erfahrungen gesammelt und ihr Wissen unter Aufsicht angewendet, schilderte Vizerektor Hans Peter Dimai am Donnerstag im Gespräch mit der APA. Bundesweit hat die Med-Uni 210 Arztpraxen dazu befugt.

Im letzten Studienjahr

Während ihres letzten Studienjahres müssen alle Studierenden der Med-Uni Graz zehn Wochen Famulaturen in einem chirurgischen, zehn weitere in einem konservativen Fach und fünf Wochen in einer Allgemeinmediziner-Praxis absolvieren, schilderte der Vizerektor für Studium und Lehre Hans Peter Dimai. Ziel der Bemühungen ist es, dass die Studierenden den Alltag eines praktischen Arztes in der Ordination kennenlernen und sich so noch während des Studiums die Diskrepanz zwischen der ärztlichen Ausbildung in den Spitälern und den tatsächlichen täglichen Anforderungen zukünftiger Allgemeinmediziner verringert.

In den vergangenen sechs Jahren hat die Med-Uni sukzessive 210 österreichische Kassen- und Wahlarztpraxen zur Kooperation bewegt. Den Löwenanteil mit 128 Praxen stellt die Steiermark, aber auch in den anderen Bundesländern können sich die Grazer Medizinstudenten erproben: In Oberösterreich sind 31 Praxen, in Kärnten 30, in Salzburg zehn und weitere in Wien, Niederösterreich, Tirol und Vorarlberg von der Med-Uni für diese Zusammenarbeit akkreditiert. Diese Lehrpraxen stellen über das Jahr verteilt an die 600 Praxisplätze zur Verfügung.

Angesiedelt seien sie nicht nur in den Städten, sondern auch in den ländlichen Gebieten. "Wir wissen, dass dort der Bedarf an Allgemeinmedizinern in den nächsten Jahren und Jahrzehnten steigen wird. Die Famulatur bietet auch die Chance, die enorm schönen Aspekte des ärztlichen Alltags abseits der Ballungsräume kennenzulernen".

Die Allgemeinmediziner-Famulatur besteht aus drei Abschnitten mit einem eintägigen Einführungsseminar, der fünfwöchigen Tätigkeit und einer zweitägigen Aufarbeitung des Erlebten. Mindestens drei Fälle, die im Rahmen des Praktikums begleitet wurden, müssen dokumentiert und am Ende präsentiert werden. Voraussetzungen für die Akkreditierung als Lehrpraxis sind u.a. eine länger als fünfjährige hausärztliche Tätigkeit, mehr als 400 Patienten pro Quartal und allgemeinmedizinische Tätigkeit von mindestens 30 Wochenstunden. Für die 120-stündige Betreuung des Famulierenden erhalten die Mediziner eine Pauschalabgeltung von 1.000 Euro.


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