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Zuletzt aktualisiert: 07.08.2012 um 11:49 UhrKommentare

Uganda wird von mysteriöser Nick-Krankheit heimgesucht

Das Ebola-Fieber in Uganda ist laut Behörden unter Kontrolle. 16 Menschen starben. Weiter rätselhaft bleibt die tödliche Nick-Krankheit, an der rund 7.000 Kinder leiden. Mittlerweile sind auch Erwachsene erkrankt.

Ebola-Infizierte müssen sofort isoliert werden

Foto © Reuters Ebola-Infizierte müssen sofort isoliert werden

Rund fünf Wochen nach dem Ausbruch es Ebola-Fiebers in Uganda ist das Virus Expertenangaben zufolge unter Kontrolle. "Aber wir müssen diejenigen, die Kontakt mit Ebola-Patienten hatten, weiter beobachten", sagte der Vize-Chef der Weltgesundheitsorganisation (WHO), Solomon Fisseha, am Dienstag. Seit Anfang Juli hatten sich im Distrikt Kibaale im Westen des Landes Dutzende Menschen mit der lebensgefährlichen Krankheit infiziert. 16 von ihnen starben. "Es gibt jetzt nur noch Fälle in Kibaale, der Ebola-Ausbruch ist unter Kontrolle", erklärte Fisseha. Über 300 Bewohner der Region stehen unter Beobachtung, weil sie mit Opfern der Seuche in Kontakt gekommen waren. "Wir können erst nach 21 Tagen sicher sein, dass sie nicht mit dem Virus infiziert sind." Etwa 30 Menschen mit Ebola-Symptomen sind weiterhin in Quarantäne. Für Ebola gibt es weder eine vorbeugende Impfung noch ein Heilmittel.

Neben WHO-Teams sind seit Wochen auch Experten des US-amerikanischen Zentrums für Krankheitskontrolle (CDC), des ugandischen Roten Kreuzes und der Organisation Ärzte ohne Grenzen im Einsatz. Dies ist bereits der vierte Ebola-Ausbruch in dem ostafrikanischen Land innerhalb von zwölf Jahren.

Bei zwei Epidemien in den Jahren 2000 und 2007 waren in Uganda weit mehr als 200 Menschen ums Leben gekommen. Im vergangenen Jahr starb ein zwölfjähriges Mädchen an der gefährlichen Krankheit. Eine Infektion mit Ebola-Viren führt in 50 bis 80 Prozent der Fälle zum Tod. Benannt ist die Krankheit nach dem Fluss Ebola in der Demokratischen Republik Kongo, in dessen Nähe sich die Epidemie 1976 erstmals ausbreitete.

Mysteriöse Nick-Krankheit

Uganda

Uganda ist ein Binnenstaat in Ostafrika. Seit 1986 wird das Land von Yoweri Kaguta Museveni regiert. Auch unter seiner Regierung kommt es immer wieder zu Menschenrechtsverletzungen und Verwicklungen in interne militärische Auseinandersetzungen in den Nachbarländer. Während das Land von vielen Touristen besucht wird (Heimat der Berggorillas), gelten für nördliche Grenzprovinzen Reisewarnungen.

Doch, während das Killer-Fieber das Land erschüttert, hat sich bereits seit Monaten eine nicht minder tödliche, mysteriöse Krankheit im Norden ausgebreitet. Betroffene und Experten sind ratlos: Die sogenannte Nick-Krankheit (Englisch: "nodding disease") ist bisher weitgehend unerforscht. Fest steht, dass sie zum Tod führt und bereits tausende von Kindern in den ehemaligen Rebellengebieten der Lord Resistance Army (LRA) daran erkrankt, mehr als 300 verstorben sind.

Auf Heilung warten derzeit je nach Schätzung mehr als 3.500 (ugandisches Gesundheitsministerium) bzw. mehr als 7.000 (Weltgesundheitsorganisation WHO) Kinder in den Distrikten Kitgum, Pader, Lamwo und Gulu in Norduganda. Das ist die Region, die bereits schwer von den Nachkriegswirren des mehr als 20 Jahre andauernden Konfliktes zwischen der Regierung und der LRA betroffen ist. Die Menschen sind erst vor wenigen Jahren in ihre Dörfer zurückgekehrt, bauen sich ein neues Leben auf. Es herrscht große Armut, Essen gibt es gerade genug zum Überleben.

Experten sind überfragt

Die ugandische Journalistin Harriet Anena erzählte vor kurzem in Kampala von Lucy Akello aus Kitgum, einer 40-jährigen Witwe, deren Sohn an der Nick-Krankheit verstorben ist. Frau Akello sei am Boden zerstört: "Es fing harmlos an. Eines Tages kam er von der Schule nach Hause und begann, immer mit dem Kopf zu nicken, wenn er sein Mittagessen vorgesetzt bekam." Bei der Weite des Fußmarsches den die Kinder für den Schulweg in Kauf nehmen müssen, dachte sich die zweifache Mutter nichts Schlimmes. Vermutlich sei er einfach nur müde, meinte sie.

Nachdem das Nicken aber zunahm, ging sie mit ihrem Sohn in die nächstgelegene Klinik, wo man ihm Medikamente gegen Epilepsie verschrieb. Das war im Jahr 2007. "Die Pillen halfen nichts", erzählte die Mutter, "im Gegenteil, seine Krankheit wurde schlimmer, er flog aus der Schule, brauchte durchgehende Betreuung - bis ich ihn eines Tages tot im Bett liegend fand."

Kein Einzelfall: Der ugandische "Daily Monitor" berichtete am Montag, dass in der Volksschule von Aromo Wanglobo allein im Vorjahr 165 der 532 eingeschriebenen Kinder am "Nicken" erkrankt, zwölf verstorben und 73 so schwer betroffen sind, dass sie bereits die Schule abbrechen mussten.

Das Leid ist grenzenlos. Viele Erziehungsberechtigte von an Nick-Krankheit leidenden Kindern beginnen, diese an Bäume oder Möbel festzubinden, da sie sich während der Anfälle oft selbst verletzen, in offene Feuerstellen fallen oder auf spitze Gegenstände. Außerdem werden sie orientierungslos und verlaufen sich im Wald, wo weitere Gefahren lauern. Die tödliche endende, neurologische, allmählich fortschreitende Erkrankung hat charakteristische Symptome. Bei Kindern kommt es zu einem Wachstums- und Entwicklungsstillstand und mit der Zeit zu mentaler Retardierung. Der Name ist auf die für die Erkrankung typischen Nickanfälle zurückzuführen, die oft auftreten, wenn das Kind isst oder friert. Die Anfälle sind stark, aber kurz, und enden meist, wenn der Erkrankte zu essen aufhört. Eine eigenartige Besonderheit ist, dass keine Anfälle auftreten, wenn man den Opfern unbekannte Speisen, zum Beispiel Schokolade, gibt - so zumindest die Erfahrung.


Ebola

Ebola trat bisher nur in Afrika auf, Infizierte leiden an inneren Blutungen und Austrocknung. In 50 bis 90 Prozent der Fälle verläuft die Seuche tödlich. Bis heute gibt es keine Impfung oder Therapie gegen das für die Krankheit verantwortliche Virus. Benannt wurde diese nach einem Fluss im benachbarten Kongo, wo es im Jahr 1976 entdeckt wurde.

Nick-Krankheit

Bei der Nick-Kranheit (engl. nodding desease) handelt es sich um eine neurologische, tödlich endende Erkrankung, die psychische und physische Behinderungen hervorruft. Bei Kindern kommt es zu Entwicklungs- und Wachstumsstillstand und zu mentaler Retardierung.

Charakteristisch sind Anfälle von Kopfnicken der Betroffenen. Auslöser dafür können Kälte, meist aber Essen sein. Sobald Betroffenen Essen angeboten wird, beginnt ds Nicken. Eine merkwürdige Besonderheit ist, dass keine Anfälle auftreten, wenn man den Opfern ihnen unbekannte Speisen anbietet.

Die Ursachen sind weitgehend unbekannt.

Quelle: Wikipedia

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