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Zuletzt aktualisiert: 09.08.2012 um 13:20 UhrKommentare

Massagen "streicheln" Körper und Seele

Massagen sind eine Wohltat für Körper und Geist. Sie können der reinen Entspannung, aber auch der medizinischen Therapie dienen. Jeder muss selbst ausprobieren, welche Art für ihn die richtige ist. Doch es gibt Tipps, wie man einen guten Masseur erkennt.

Foto © APA

Die Augen sind geschlossen. Auf dem Rücken ein sanfter Händedruck - und nach ein paar Minuten durchflutet eine wohlige Wärme den Körper. Bestenfalls sind die Verspannungen im Nacken danach weg, und man fühlt sich frisch und erholt. Eine gute Massage kann viel bewirken - sie kann heilen, pflegen und entspannen. Es gibt aber ganz verschiedene Varianten.

"Das Geheimnis völliger Entspannung liegt auf unserer Haut", sagt Karin Schutt, die ein Buch zum Thema geschrieben hat. Auf einer Fläche von knapp zwei Quadratmetern ist die Haut mit Millionen empfindlicher Nervenenden versehen, die dem Gehirn jeden äußeren Reiz melden. "Sobald Haut auf Haut trifft, entsteht dieser Reiz, der im ganzen Körper Rausch und Ruhe zugleich bewirkt." Schon die Griechen wussten um die wohltuende Wirkung. Damals sollte sie nach Angaben des Deutschen Wellness Verbandes (DWV) aber vor allem Athleten leistungsfähiger machen.

Klassische Massage

"Die klassische Massage ist das, was man vom Arzt auf dem Rezept verordnet bekommt - sie wird auch als schwedische Massage bezeichnet", sagt Dino Sambo, Physiotherapeut aus Wuppertal und DWV-Mitglied. Sie habe einen ganz klar geregelten Umfang, was Techniken und Einsatzgebiete betrifft. Eine Wellnessanwendung hingegen habe keinen direkten therapeutischen Ansatz. "Die Idee ist, Körper und Geist in Einklang zu bringen, so dass Tiefenentspannung entsteht."

Verschiedene Techniken kennzeichnen die klassische Massage. Streichende Bewegungen führen die Lymphflüssigkeit in den venösen Blutfluss zurück, bekannt auch unter dem Begriff Lymphdrainage. Beim Kneten dehnen und entspannen sich die Muskelfasern, Hin- und Herreiben fördert die Durchblutung. Klopfen steigert sowohl die Durchblutung als auch die Muskelspannung, und die Vibrationstechnik lindert Schmerzen und entspannt. Schutt spricht von "Streicheleinheiten für die Seele", denn Massagen regen die Produktion von Glückshormonen an, lösen emotionale Spannungen und beruhigen strapazierte Nerven.

Bei Wellnessanwendungen geht es dagegen in erster Linie um die Entspannung des Geistes. Die bekannteste unter ihnen ist die Aromatherapiemassage, bei der die Haut mit duftenden Ölen verwöhnt wird. Andere Varianten sind Ayurveda- und Thaimassagen. Bei Hot-Stone-Anwendungen pflegen warme Steine die verspannten Muskeln.

Nicht jeder Masseur ist ein Profi

Mit der Flut an Angeboten sei es für den Verbraucher allerdings immer schwerer geworden, die Qualität der einzelnen Anwendungen zu beurteilen, warnt Sambo. Niemand sollte sich von sogenannten Diplom-Wellnessmasseur-Zertifikaten blenden lassen. Sie sagten nichts über die Qualität des Masseurs aus. Auf der sicheren Seite sei man bei staatlich geprüften Masseuren oder Physiotherapeuten.

Das Preis-Leistungsverhältnis stimme auf jeden Fall, wenn die klassische Massage etwa einen Euro pro Minute kostet, sagt Insa Brockmann vom Bundesverband selbstständiger Physiotherapeuten. Ein guter Therapeut befrage den Klienten außerdem vor der ersten Anwendung gezielt nach gesundheitlichen Problemen. Der Massageraum sollte sauber und gut belüftet sein. Die Intimsphäre muss während der Behandlung gewahrt bleiben. Und der Klient muss während der Massage entspannt liegen oder sitzen können.

Ein Massageverbot besteht grundsätzlich bei akuten Thrombosen, bestimmten Gefäßerkrankungen wie arteriellen Durchblutungsstörungen, Herzproblemen wie der dekompensierten Herzinsuffizienz sowie Erkrankungen des Lymphsystems. Die Nachfrage beim Arzt sei bei Hautkrankheiten sowie Diabetes und während einer Schwangerschaft ratsam, ergänzt Schutt.

Alternative zur professionellen Massage

Wem eine professionelle Massage zu teuer ist, der kann sich von seinem Partner verwöhnen lassen. Für eine Partnermassage benötigt man nicht mehr als eine bequeme Unterlage und ein gutes Massageöl, sagt die Buchautorin Karin Schutt. Zum Aufwärmen die Handflächen 30-mal kräftig aneinander reiben. Das warme Massageöl immer zuerst auf die Hände träufeln und dann den Körper des Partners mit streichelnden, knetenden und reibenden Bewegungen verwöhnen.

Welche Massage für wen?

- Für Entspannungssuchende ist die Aroma-Öl-Massage der Klassiker.

- Bei Sportlermassagen sind Grifftechniken, Tempo und Ausführung speziell auf die beanspruchten Muskeln abgestimmt. Die Massagen dienen zur Vorbereitung oder Regeneration.

- Wer es extravagant mag, liebt womöglich Anwendungen mit Kakaobutter - hierbei wird die Haut zart und duftet angenehm.

- Wer es wohlig warm mag, für den empfiehlt sich eine Hot-Stone-Anwendung oder eine Massage mit heißen Kräuterstempeln.

- Therapiebedürftige brauchen die klassische schwedische Massage, die in der Regel vom Arzt verordnet ist.

- Zu Hause sind Partnermassagen besser als Massagekissen. Tipps und Tricks bekommen Paare auch in Wochenendseminaren.

Quelle: APA

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