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Zuletzt aktualisiert: 20.07.2012 um 13:19 UhrKommentare

Mangelnde Bewegung so gefährlich wie Rauchen

Rund zehn Prozent der Todesfälle lassen sich hierzulande auf zu wenig Sport zurückführen: Bewegungsmuffel leiden deutlich öfter an Herzkrankheiten, Diabetes und Krebs.

Foto © Fotolia / Nomad_Soul

Fernsehabend statt Abendspaziergang - Experten der brasilianischen Universität Pelotas schlagen nun Alarm: Ein Drittel aller Erwachsenen und gar 80 Prozent aller Jugendlichen bewegen sich zu wenig. Besonders dramatisch ist dabei die Tatsache, dass zehn Prozent der Todesfälle weltweit auf dieses Nicht-Bewegen zurückzuführen sind. Österreich liegt mit 9,3 Prozent im statistischen Mittelfeld. Der negative Einfluss dieses "Couch-Potatoe"-Daseins ist damit ungefähr so groß wie jener des Rauchens.

Laut Studie - nachzulesen in der aktuellen Ausgabe der Medizinzeitschrift "The Lancet" - sind konkret jene Menschen gefährdet, die sich weniger als 150 Minuten pro Woche moderat bewegen - dazu zählt schon schnelles Gehen. In Österreich sind das immerhin 34,8 Prozent der Gesamtbevölkerung über 15 Jahren. Noch dramatischer stellt sich die Situation in Spanien (50,2 Prozent), Italien (54,7 Prozent), Großbritannien (63,3 Prozent) und Serbien (68,3 Prozent) dar.

Ein völlig anderes Bild zeigt sich in Griechenland und in Deutschland: Nur 15,6 Prozent der Hellenen und 28 Prozent unserer nördlichen Nachbarn ziehen das TV-Gerät den Laufschuhen vor. Damit entgehen sie deutlich öfter als "Couch-Potatoes" einer Erkrankung der Herzkranzgefäße, dem Typ-2-Diabetes, Brust- und Darmkrebs.

Nur um zehn Prozent aktiver zu sein würde weltweit 533.000 Todesfälle verhindern. Oder anders gerechnet: Würden sich die Österreicher körperlich mehr betätigen, könnte die Lebenserwartung um 0,58 Jahre ansteigen. Bei den Briten würde dieser Wert gleich 1,07 Jahre betragen.


Studie

Die aktuelle Studie basiert auf Schätzungen aufgrund von wissenschaftlichen Daten zum Einfluss von körperlichen Aktivitäten auf die verschiedenen Krankheiten.

Herangezogen wurden dafür Daten von Erwachsenen aus 122 Staaten und Jugendlichen (13 bis 15 Jahre) aus 105 Ländern.

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