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    Zuletzt aktualisiert: 15.06.2012 um 12:14 UhrKommentare

    Mit dem schönen Wetter kommen die Gelsen

    Nach etlichen Regenschauern und Gewittern soll sich am Wochenende in Österreich endlich sommerliches Wetter einstellen. Doch damit steht auch die Gelsensaison vor der Tür.

    Foto © Fotolia: Kletr

    "Die subjektive Wahrnehmung wird extrem sein", sagte Stechmückenexperte Bernhard Seidel im Gespräch mit der APA. Denn beim schönen Wetter würden die Menschen vermehrt vor die Tür gehen und ihre Freizeit im Freien verbringen. "Wenn es kalt bliebe, würde man die Gelsen nicht bemerken."

    Wirkliche Plagen durch Stechmücken werden laut Seidel durch Witterungsphänomene hervorgerufen. Daher lässt sich noch nicht abschätzen, ob 2012 ein starkes Gelsenjahr wird. "Wenn es heiß bleibt und wir einen trockenen Juni und Juli haben, wird nicht viel passieren."

    40 verschiedene Gelsenarten

    "Derzeit gibt es aber nicht mehr Mücken als sonst", sagte der Biologe. Laut der Österreichischen Agentur für Gesundheit und Ernährungssicherheit (AGES) gibt es in Österreich derzeit ungefähr 40 verschieden Gelsen-Arten. Differenziert wird insbesondere zwischen Überschwemmungs- und Haus-Gelsen. Erstere werden insbesondere bei Hochwasser und Überflutungen ausgebrütet. "Eine Massenentwicklung wird es lokal sicherlich geben. Partiell betroffen ist beispielsweise der Donauraum", sagte Seidel. Hier würden die Gelsen dann auch als Plage verspürt. "Das große Schwirren steht derzeit aber nicht großflächig an."

    Haus-Gelsen wiederum bilden kontinuierlich eine Generation nach der anderen. "Heuer starteten sie etwas früher. Erste Generationen gibt es normalerweise, wenn die Pfingstrosen blühen, in diesem Jahr waren sie aber schon deutlich vor Pfingsten da." Mittlerweile seien die Haus-Gelsen in der dritten, vierten Generation. "Sie sind jetzt auch im Naturbereich extrem am Vormarsch", so der Forscher. Allerdings seien sie im Freiland nicht so bissig und würden eher auf Vögel und Kaninchen gehen. "Aber gerade bei Wetterumschwüngen sind sei gerne dazu bereit, in Häuser einzudringen."

    Bewegung meiden

    "Bloß keine Aufmerksamkeit auf sich lenken" lautet nach dem Experten das oberste Gebot, um sich vor den lästigen Viechern zu schützen. "Wenn jemand ständig in Bewegung ist, werden sie auf einen aufmerksam." Man solle "ruhig sein im Sinne von relaxen. Lege ich mich hell angezogen in die Sonne, bin ich für die Mücke nicht erkennbar", sagte Seidel. Lange und helle Kleidung bietet einen guten Schutz, auch der Kopf soll bedeckt sein, denn "auch eine Glatze kann gebissen werden". Auch Parfüms sollen vermieden werden.

    Um das Haus vor den lästigen Plagegeistern zu schützen, eignen sich laut Seidel Tüllvorhänge sehr gut. Von Gelsensteckern rät er ab: Die giftigen Dosen können Allergien auslösen. Das Licht beim Lüften eines Raumes auszuschalten, bezeichnete Seidel als "großen Fehler. Gelsen orientieren sich nicht am Licht, sondern am CO2, der Atemluft". Sollte man dennoch gestochen werden, "lindert Speichel oder auch Franzbranntwein den Juckreiz". Denn letztendlich gilt: "Wenn eine Mücke die Blutmahlzeit braucht, dann holt sie sich diese auch."

    Der Stechmückenforscher setzt sich seit Jahren dafür ein, dass bei fluss- und wasserbaulichen Vorhaben auf die Gelsenentwicklung Rücksicht genommen werden soll. Nachhaltige, hygienische Konzepte seien notwendig, betonte er im Gespräch mit der APA. "Wenn man sich dieser Problematik nicht endlich stellt, wird die Ökologie im Ernstfall ordentlich Schaden nehmen", warnte der Experte.


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