Guter Rat für eine Welt im Stress
Um Strategien gegen eine Burn-out-Pandemie, welche Einzelne, Organisationen, ja die ganze Welt erfasst zu haben scheint, geht es bei einem Symposium vom 7.-9. Juni in Abbazia di Rosazzo.

Foto © BendeleQuergedacht, wichtig, unterhaltsam: Philosophentreff im Ex-
Als Kreativität nicht so stark im Dienste des Profits stand - also vor vielen Jahren -, holte Kärntens größter Forstbetrieb, die Hespa-Domäne, bei Strategiesitzungen gern die Meinung von Philosophen ein. Der Spott der Zweifler wandelte sich schnell in eine aufregende Lust am Nach- und Mitdenken.
Die Symposien des Universitäts.clubs in der bezaubernden Abbazia di Rosazzo bei Cividale erfüllen eine ähnliche Funktion - nur noch subversiver. Dort treffen sich - heuer zum 17. Mal - über 100 Leute, um über den Zustand der Welt, der Wirtschaft und der Menschen zu diskutieren, manchmal auch zu disputieren. Nicht selten, vor allem, wenn es um verantwortungslose Krisengewinnler geht, stehen Aussagen im Raum, für die man vor 200 Jahren die ganze Partie in den Kerker gesperrt hätte - bis zur besseren Einsicht. Dass dort horizonterweiterungswillige Top- und Bottom-Manager ebenso dabei sind wie Politiker, Forscher, Funktionäre und "Normalmenschen", und die Referenten international angesehen sind, macht die Tagung noch reizvoller.
Sachzwänge
"Burn-out von Mensch und Organisation": Das heurige Thema ist nicht neu, der Ansatz schon. "Es geht um die Voraussetzungen und vermeintlichen Sachzwänge, die unmerklich ins Burn-out führen, und um die Mitgestaltung bewusster Selbstheilungskräfte, die aus der Krise hinausführen", sagt Organisator und Universitäts.club-Präsident Horst Groß.
Nicht nur Individuen stehen im Brennpunkt, sondern auch die Burn-out-Anfälligkeit von Organisationen und die der ganzen Welt, deren Gestresstheit alarmierende Folgen hat. "Die politische Diskussion bewegt sich einfallslos zwischen Sparkurs und Verschuldung und lässt Fragen der Bildung, des Gesundheitssystems, der sozialen Absicherung außer Acht", umreißt Groß das allgemeine Unbehagen.
Sieben Vorträge mit Diskussion - am bekanntesten ist wohl Franz Fischler, der zum "Teufelskreis überholter politischer Systemlogik" spricht -, Kabarett, anregendes Rahmenprogramm: Große Ideen haben schon öfter klein (und fein) angefangen . . .
Anmeldung: Universitäts.club, Tel. 0463/2700-8715; E-Mail: uniclub@aau.at. Formular und Infos im Internet: www.uniclub.aau.at.

















