Raucherentwöhnung mit Hypnose
Die Hälfte der österreichischen Raucher würde den Glimmstengel gerne ein für alle Mal ausmachen. Die medizinische Hypnose verspricht gute Ergebnisse. Einen Blick in den neuen "Raucherentwöhnungs-Ratgeber" warf Barbara Jauk.

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"Nicht weil das Risiko vom Raucher selbst unerkannt bleibt, sondern wegen des hohen Suchtpotenzials können sich viele Menschen nicht von der Zigarette trennen", so heißt es in der neuen Raucherentwöhnungs-Fibel von Bianca Hahnkamper. Mit ihrem Buch lässt die Autorin einerseits mit erschreckenden Fakten aufhorchen, andererseits bietet sie entwöhnungswilligen Rauchern eine erfolgsversprechende Art mit dem Rauchen aufzuhören.
Teer-Zucker-Gemisch
Teer, Formaldehyd, Kadmium, Nikotin, Ammonium, Zucker, das sind nur einige der zahlreichen Bestandteile einer Zigarette. Gelangen diese Stoffe - Zug um Zug - in den menschlichen Körper, richten sie dort nicht wieder gut zu machende Schäden an. Die Wahrscheinlichkeit an Lungen-, Rachen-, Kehlkopf- oder Speiseröhrenkrebs zu erkranken, steigt ebenso wie der Risikofaktor für Erkrankungen wie COPD, Asthma, koronare Herzkrankheiten oder Schlaganfälle. Bis in die 50er Jahre waren sich Mediziner der Gefahren des Rauchens kaum bewusst.
Heute besteht kein Zweifel mehr an der gesundheitsschädlichen Wirkung von Tabak. Dennoch sind dieser Tage rund 1,3 Milliarden Menschen von Nikotin abhängig, in Österreich beträgt die Zahl, laut Hahnkamper, 2,3 Millionen. Erschreckend ist vor allem der Anteil der jugendlichen Raucher, der 49 Prozent beträgt. Mehr als die Hälfte der österreichischen Raucher will dem Tabakkonsum ein Ende bereiten. "Raucherentwöhnung mit Hypnose" zeichnet einen der vielen möglichen Wege, diesen Wunsch auch tatsächlich in die Realität umzusetzen.
In Trance zum Rauchstopp
"Ein wichtiger Schritt hin zum Nichtraucher ist es, zu lernen, dass der Impuls, unbedingt rauchen zu müssen, auch irgendwann verschwinden kann, wenn man vehement daran arbeitet und unnachgiebig bleibt", macht Hahnkamper im Buch Hoffnung. Dieser Zustand kann mit Hilfe von medizinischer Hypnose, freilich nur von Porfis ausgeführt, erreicht werden.
"Hypnose selbst ist weder Schlaf- noch ein Wachzustand, sondern stellt eigentlich jene Handlung dar, welche einen veränderten Bewusstseinszustand induziert, der Trance genannt wird. Diese Zustandsform bedingt meist ein tiefe Entspannung und eine fokussierte Aufmerksamkeit nach innen bzw. auf den Hypnotiseur oder auf eine einzige Sache, die Suggestion", heißt es weiter. Wer (medizinische) Hypnose als Humbug abtun will, wird eines Besseren belehrt. Die diesbezügliche Forschung hat sich in den letzten Jahren stark weiterentwickelt. Zweifler werden mit Hilfe von bildgebenden Verfahren in die Schranken gewiesen. "Der Zustand von Trance kann heute also definitiv als ein nachvollziehbarer, von Stoffwechsel- und Elektrizitätsmusterveränderungen begleiteter, reproduzierbarer, neurophysiologisch fassbarer Zustand bezeichnet werden", so Hahnkamper.
Die letzte Zigarette
Wie aber schafft man es konkret, zum Nichtraucher zu werden? Das und viele Fallbeispiele beschreibt die Autorin ausführlich in ihrem Werk. Wer ist überhaupt für eine Raucherentwöhnung mit Hilfe von Hypnose geeignet und welche möglichen Kontraindikationen kann eine Behandlung mit sich bringen? Ist man dem Hypnotiseur hilflos ausgeliefert? Und können Muster auch wieder zurückkehren?
Fazit: Das Buch ist ein Aufruf einer engagierten Medizinerin, seine Gesundheit selbst in die Hand zu nehmen. Mit Seitenhieben auf den Staat und seine "allzu laschen Antiraucherkampagnen" bzw. Gesetzgebungen wird dabei nicht gespart!
Features
Wie wirkt Nikotin?
Nikotin ist ein pflanzlicher Stoff, der aus den Blättern der Tabakpflanze gewonnen wird. Gebunden an die kleinen Teerbestandteile gelangt er in die Lunge und von dort ins Blut.
Nikotin ist in der Lage, die Blut-Hirn-Schranke zu passieren und sich direkt im Gehirn an Rezeptoren zu binden. Dadurch kommt es schon nach wenigen Minuten zu den typischen psychischen Wirkungen.
Nikotin stimuliert das Belohnungszentrum im Gehirn des Rauchers. Normalerweise wird diese Zentrum mit Fortpflanzungstrieb, Nahrungsaufnahme oder durch Erfolge verschiedener Art angeregt. Das Rauchen wird zu einem scheinbar lebensnotwendigen Vorgang, der zusammen mit dem Genussaspekt vortäuscht, glücklich zu sein.
Zur Autorin
Dr. med. Bianca Hahnkamper ist als Ärztin in der Steiermark tätig und hat sich dabei auf medizinische Hypnose spezialisiert.

















