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Zuletzt aktualisiert: 28.05.2012 um 20:00 UhrKommentare

Stöger: "Jugendliche müssen geschützt werden"

Herr Minister, Schönheitsoperationen unter 16 werden verboten, 16- bis 18-Jährige müssen vorher verpflichtend zum Psychologen. Tätowierungen und Piercings bleiben erlaubt?

ALOIS STÖGER: Es geht bei diesem Gesetz um große Eingriffe, die körperliche Folgen nach sich ziehen. Jugendliche müssen besonders geschützt werden. Aber auch Erwachsene machen die Erfahrung, dass nach Schönheits-OPs nicht eintritt, was suggeriert wurde. Tätowierungen und Piercings sind aber in der Gewerbeordnung geregelt.

Es gibt nach Schätzungen derzeit 40.000 Schönheitsoperationen im Jahr in Österreich. Wo orten Sie das größte Problem?

STÖGER: Es gibt Ärzte, die nennen sich Schönheitschirurg und haben keine fachärztliche Ausbildung. Es gab Operationen, wo Wissen und Können für den Eingriff nicht ausreichten. Das wird verboten.

Was sagen Sie zur Forderung der Ärztekammer, die Strafen selbst zu verhängen?

STÖGER: Es ist nicht üblich, dass die Kammer Strafbehörde ist. Sie ist für Disziplinar-, nicht für Verwaltungsstrafen zuständig. Sie soll sich um ärztliche Belange kümmern.

CARINA KERSCHBAUMER

Was Brüste kosten

Mit bis zu 10.000 Euro werden die Kosten für eine Brustvergrößerung angegeben. Die Aufspritzung von Eigenfett kostet pro Sitzung bis zu 5000 Euro. Viele Patientinnen würden sich aber, kritisiert Hans Weiss, der Autor des Buches "Schönheit. Die Versprechen der Beauty-Industrie", über die Risiken nicht im Klaren sein. Bis zu zwei Wochen nach der Operation kann es bei Brustoperationen zu anhaltenden Sickerblutungen kommen. Lidkorrekturen kosten bis zu 4500 Euro. Bei erfahrenen Chirurgen gibt es laut Weiss kaum Komplikationen.

Problematisch sind für Weiss Aufspritzungen: "Es werden bei uns bis zu hundert Materialien verwendet, während in den USA nur zwei Dutzend zugelassen sind. Es kann zu grauenhaften Nebenwirkungen kommen. Die Zulassungsbestimmungen müssten verschärft werden."

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