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Zuletzt aktualisiert: 28.05.2012 um 12:18 UhrKommentare

Auflösbare Stents: Erste Studie in Graz

Das Uniklinikum Graz macht die weltweit erste Studie über auflösbare Stents für verschlossene Beinarterien. Erschreckend: Es gibt immer mehr Fälle von verstopften Bein- und Beckenarterien.

Foto © Fotolia: Rob Byron

Tausende Menschen bekommen jährlich Stents: Das sind kleine, fein gesponnene Drahtgitter, mit deren Hilfe verstopfte Blutgefäße offen gehalten werden. Über einen feinen Führungsdraht wird zum Beispiel über die Beinarterie ein Katheter mit einem kleinen, aufdehnbaren Ballon zu jener Stelle geführt, die durch Ablagerungen nicht ausreichend durchblutet wird.

Der Verstopfung auf der Spur

Der Gefäßmediziner sieht anhand von Live-Röntgenbildern, wo sich die Verstopfung befindet, und kann sich so orientieren.

Der kleine Ballon wird dann an der Engstelle mit einem enorm hohen Druck (12 bis 18 Atü) aufgeblasen und öffnet so das Blutgefäß. Der Stent entfaltet sich dort und setzt sich an der Innenseite der Arterie fest.

Der Stent wird dabei regelrecht in die Blutgefäß-Wand gedrückt, und man braucht den extrem hohen Druck, weil Kalk und fetthaltige Ablagerungen zerbröckelt werden müssen. Gleichzeitig darf man beim Aufdehnen den Durchmesser des Gefäßes aber nicht überschreiten, sonst kann das Blutgefäß verletzt werden.

Weltweit erste Studie

Die neueste Stent-Entwicklung wird jetzt am Uniklinikum Graz in einer Studie auf ihre Wirksamkeit getestet: "Weltweit erstmals wird es in Graz eine Studie mit auflösbaren Stents für verschlossene Beinarterien geben. Die Stents sollen sich nach etwa einem Jahr auflösen", erklärt Ernst Pilger, der Vorstand der Universitätsklinik für Innere Medizin.

Denn nicht nur die Stent-Einsätze im Herz- oder Halsbereich nehmen stark zu, sondern auch an den unteren Extremitäten (siehe Grafik). Weil Stents aber nur zwei- bis dreimal an der gleichen Stelle gesetzt werden können - die alten Stents bleiben ja im Blutgefäß -, hat man große Hoffnungen in die neue Technik.

Die neuen Stent-Materialien sind noch geheim. Der Hersteller verspricht, dass bei der Absorption keine Rückstände im Körper zurückbleiben.

"Sollte nach dem Auflösen wieder ein Problem an der Stelle auftreten, kann man problemlos erneut behandeln", schildert Pilger die Vorteile. Das Uniklinikum Graz kam übrigens deshalb zum Zug, weil man völlig neue Forschungsansätze verfolgte. Die verantwortliche Studien-Ärztin Marianne Brodmann hat bereits die ersten absorbierbaren Stents eingesetzt - mit Erfolg.

DIDI HUBMANN

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