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Zuletzt aktualisiert: 02.05.2012 um 18:03 UhrKommentare

15 Millionen Babys kommen zu früh

Mehr als 100 Wissenschafter aus aller Welt haben erstmals in einem gemeinsamen Bericht die dramatische Situation der Frühgeburten auf der Erde zusammengestellt.

Foto © APA

Dem Bericht mit Angaben zu 193 Staaten zufolge kommen jährlich 15 Millionen Kinder vor der vollendeten 37. Schwangerschaftswoche - und damit zu früh - auf die Welt. Jährlich 1,1 Millionen Kinder sterben daran.

"Damit sind Frühgeburten die zweithäufigste Todesursache für Säuglinge nach Lungenentzündungen", sagte Joy Lawn, eine der Autorinnen der Studie. Österreich schneidet unter 193 Staaten mit 10,9 Prozent Frühgeburten relativ schlecht ab (Platz 77 auf der Negativliste). Es hat dieselbe Quote wie das afrikanische Entwicklungsland Burkina Faso. Allerdings sind die Überlebenschancen der Frühchen in Österreich eklatant höher.

Jedes zehnte Kind

Im Durchschnitt wird weltweit etwa jedes zehnte Kind zu früh geboren. Deutschland steht dem Bericht zufolge mit 9,2 Frühchen pro 100 Geburten (Rang 106) schlechter als viele Nachbarstaaten - aber besser als Österreich - da. In Industrieländern gelten vor allem ältere Mütter und Wohlstandserscheinungen wie Bluthochdruck und Rauchen als Ursachen für Frühgeburten. Belgien weist beispielsweise eine Quote von 7,9 Prozent auf, Italien eine von 6,5 Prozent, die Schweiz eine von 7,4 und Schweden eine von 5,9 Prozent (Rang 174).

Weltweit die ungünstigste Quote hat das südostafrikanische Land Malawi mit 18,2 Prozent (Rang 1), die günstigste demnach Weißrussland mit 4,1 Prozent. Allerdings ist die Sterblichkeit dank guter medizinischer Technik in den entwickelten Ländern drastisch geringer als in den Industriestaaten.

Die südafrikanische Epidemiologin Lawn, die für die Hilfsorganisation Save the Children arbeitet, forderte entschiedene Maßnahmen vor allem in den ärmeren Ländern. Hier könnten durch einfache und kostengünstige Maßnahmen erhebliche Fortschritte erzielt werden. Der Report habe gezeigt: "Es ist machbar."


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