Sorge wegen Online-Welt
Zwei Stunden sind Österreichs Jugendliche täglich auf Facebook - einen Gegenpol kann ein spannendes reales Leben bieten.

Foto © Fotolia: oldencow
Sie werden die Generation Facebook genannt. Und machen ihrem Namen alle Ehre: Wie eine aktuelle Studie zeigt, sind 87 Prozent der Jugendlichen und jungen Erwachsenen (14-24 Jahre) in Österreich auf Facebook aktiv und verbringen täglich zwei Stunden im sozialen Netzwerk. Eine andere Studie aus Schweden zeigte kürzlich auf, dass die Nutzung von Facebook bei vielen "Jüngern" Züge einer Sucht annehmen kann - die meisten loggen sich sofort ein, wenn der Webbrowser gestartet wird.
Nicht einmischen
Für viele Eltern ist die Online-Welt eine große Unbekannte, oder zumindest ist die Sorge groß, was Sohn oder Tochter im Netz so fesselt. "Als Elternteil kann man sich gar nicht einmischen", weiß Marguerite Dunitz-Scheer, Kinderärztin und Psychotherapeutin an der Uniklinik Graz. "Das ist eine Front, an der man nur verlieren kann." Und: Alles, was man verbietet, werde nur noch spannender.
Außerdem sei das soziale Netz nicht nur zu verteufeln. "Gerade für Jugendliche ist es ein wichtiges Werkzeug, sich selbst zu präsentieren", weiß die Expertin. Und solange Freundschaften oder schulische Leistungen nicht leiden, bestünde kein Grund zur Sorge.
Einen Gegenpol zur OnlineWelt kann nur ein spannendes reales Leben bieten - mit Sport oder Freunden, mit denen man "eine Hetz" hat. Auch Eltern seien gefordert, vorzuleben. "Sind die Eltern selbst ständig online, wird das Kind das nachmachen", sagt Dunitz-Scheer. Man solle lieber Alternativen zum PC-Kastl aufzeigen, anstatt nur zu schimpfen. SONJA SAURUGGER

















