Bis zu 100 Dezibel: Wahnwitzige Lautstärken in Kinos
Bereits jeder Fünfte in Österreich über 14 ist dauerhaft und unumkehrbar hörgeschädigt: Bei Messungen in Kinder- und Jugendfilmvorstellungen lagen die Spitzenwerte bei 100 Dezibel - so viel Lärm machen sonst Baumaschinen und Kreissägen.

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Vor Lärm-Attacken auf Kinderohren in den heimischen Kinos haben der oberösterreichische Umweltlandesrat Rudi Anschober (Grüne) und Peter Androsch von Linzer Akustiklabor Hörstadt in einer Presseaussendung am Montag gewarnt.
Bei Messungen in Kinder- und Jugendfilmvorstellungen waren Pegel um die 90 Dezibel normal, die Spitzenwerte lagen bei 100 Dezibel, wie sie sonst Baumaschinen und Kreissägen freisetzen. Für Androsch zeugen die Lautstärken in den Kinos von wenig Verantwortungsgefühl den Jüngsten gegenüber: "Kinder haben noch kein Gefühl für laut und leise und daher ein Recht darauf, vor hohen Lautstärken in Schutz genommen zu werden".
Würde es sich bei den Kinosälen um Arbeitsplätze handeln, müsste das Arbeitsinspektorat einschreiten. Denn ab 85 Dezibel Dauerschallpegel müssten Arbeitnehmer bereits zwingend Gehörschutz tragen, Beschäftigte unter 18 Jahren sogar schon bei Werten ab 80 Dezibel, zeigte er auf.
Anschober verwies darauf, dass bereits jeder Fünfte in Österreich über 14 dauerhaft und unumkehrbar hörgeschädigt sei und appelliert: "Wo wir Lärm vermeiden können, sollten wir das tun".
Features
Stichproben
Die stichprobenartige Untersuchung des Hörstadt-Teams erfolgte aus Anlass des Internationalen Tages gegen Lärm am 25. April in verschiedenen Großkinos in Linz und Wien. Besucht wurden Kinder- und Jugendfilmvorstellungen. Die Schallpegel wurden mit einer geeichten Smartphone-Applikation gemessen.

















