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Zuletzt aktualisiert: 11.11.2011 um 12:21 UhrKommentare

Letzter Ausweg gegen Adipositas: Operation

Es hat nichts mit "Schönheit" zu tun: Wer an krankhafter Fettsucht (Adipositas) leidet, ist im Grunde schwer krank. Einen letzten Ausweg bieten hier chirurgische Eingriffe. Drei bis fünf Prozent der österreichischen Bevölkerung kämen dafür infrage.

Foto © Fotolia: imagesab

Es hat nichts mit "Schönheit" zu tun: Wer an krankhafter Fettsucht (Adipositas) leidet, ist im Grunde schwer krank. Die Lebenserwartung verkürzt sich durch Folgen wie Diabetes und Herz-Kreislaufleiden. Die Lebensqualität ist drastisch reduziert. Einen letzten Ausweg bieten hier chirurgische Eingriffe. Drei bis fünf Prozent der österreichischen Bevölkerung kämen dafür infrage.

Die Wiener Gender-Medizin und Stoffwechselexpertin Alexandra Kautzky-Willer (Medizinische Universitätsklinik III am Wiener AKH): "Es ist eine Epidemie im Gange. Mindestens zehn Prozent der Bevölkerung haben einen Body-Mass-Index (BMI, Anm.) von mehr als 30." Dort fängt die Adipositas an. Ein bereits extrem hohes Risiko für Komplikationen haben Menschen mit einem BMI von 35 bis 40 und vorhandenen weiteren Gesundheitsproblemen sowie dann auf jeden Fall Personen mit einem BMI von mehr als 40. 30 bis 40 Prozent der Österreicher sind übergewichtig. Die Internistin: "Man muss wirklich sagen, dass ab einem gewissen Grad an Übergewicht konservative Maßnahmen (Diät etc.) keinen größeren Effekt mehr haben."

Chirurgische Intervention

Laut den österreichischen Empfehlungen wäre für Menschen mit Adipositas ab einem BMI von 35 (mit Begleiterkrankung) bzw. in der obersten Gewichtsklasse eine chirurgische Intervention angezeigt. Stefan Kriwanek, Vorstand der chirurgischen Abteilung am Wiener Donauspital: "Das Abnehmen geht mit Diät und Begleitmaßnahmen unter kontrollierten Umständen sehr, sehr gut. Aber die Leute nehmen danach noch mehr zu. Nach fünf Diäten haben sie dann 25 Kilogramm mehr."

An chirurgischen Eingriffen stehen derzeit vier verschiedene Verfahren zur Verfügung. Magen-Bypass und die Anlage eines "Magenschlauchs" sind die heute die minimal-invasiv durchgeführten Standardmethoden. Sie bedeuten natürlich ein gewisses, wenn auch kleines, Risiko. Kriwanek: "Die Sterblichkeit liegt bei 0,4 Prozent." Laut Alexander Klaus, Vorstand der chirurgischen Abteilung am Krankenhaus der Barmherzigen Schwestern in Wien, hat eine Metaanalyse der Ergebnisse von 14.000 operierten Adipositas-Patienten (BMI größer 40, Beobachtungszeit von 7,5 Jahren) im Vergleich zu 30.000 Nicht-Operierten ergeben, dass der chirurgische Eingriff die Sterblichkeit um 50 Prozent senkte. Andere Auswertungen zeigten, dass die häufigste Begleiterkrankung, der Typ-2-Diabetes, zu 90 Prozent reduziert werden kann.

Mit "Luxuschirurgie" und Life-Style-Medizin hat das alles nichts zu tun. Elisabeth Jäger vom Verein der Adipositas-Selbsthilfegruppen: "Es muss einem klar sein, dass man nachher auch keine Claudia Schiffer sein wird. Die Operation ist der letzte Ausweg. (...) Ich hatte in neun Jahren 180 Kilogramm abgenommen, aber 210 Kilogramm zugenommen."


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