Botox gegen Migräne?
Weg mit dem Schmerz: Wie Migräne und Rückenschmerzen bekämpft werden und warum Facebook keine Lösung ist.

Foto © Fotolia: Fred Gold
Der österreichische Schmerzspezialist Rudolf Likar drückt es mit aller Klarheit aus: "Die Metallisierung der Wirbelsäule ist nicht die Lösung aller Kreuzschmerzen. Eine Metallplatte oder ein künstlicher Wirbelkörper können es nicht alleine richten, es gehört mehr dazu: Multitherapiekonzepte sind wesentlich sinnvoller, die Psyche gehört genauso behandelt." Auch internationale Kritik an den immer öfter durchgeführten Versteifungs-Operationen nimmt zu, im deutschen Magazin "Spiegel" erklärte der Orthopäde Marcus Schiltenwolf die Zunahme so: "Die Medizin tritt als Verführungsinstitution auf."
Natürlich gibt es Ausnahmen, wann operiert werden muss: Likar: "Wenn Lähmungen auftreten, die Blase nicht mehr kontrolliert werden kann, der Wirbelkörper total verschoben ist." Likar betont, wie wichtig die Nachbehandlung sei: vom Muskelaufbau bis zur Bewegungstherapie. "Sonst bringt die OP nichts."
Facebook und Schmerzen
Dass es neue Mittel gegen Migräne gibt und auch Botox eingesetzt wird, ist für Likar ein wichtiger Fortschritt. Aber er versucht, Schmerzen grundsätzlich auch von einer anderen Seite zu analysieren: "Schmerz-Depressionen nehmen zu, weil die Bevölkerung ,versingelt'. Wenn ich keinen habe, dem ich schildern kann, was und wie es mir weh tut, dann kommt die Depression. Früher waren Menschen sozial besser eingebettet. Wenn ich heute aber nur über Facebook kommuniziere, dann erfolgt kein Austausch, keine Zuwendung. Facebook lindert keine Schmerzen."

















