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Zuletzt aktualisiert: 27.08.2011 um 05:10 UhrKommentare

Nicht einheimische Pflanzenarten richten Schäden an

20 bis 30 nichtheimische Pflanzenarten sind in Kärnten so aggressiv, dass sie Schäden in der Landwirtschaft anrichten, Allergien auslösen oder auch heimische Pflanzen verdrängen.

Foto © Viennareport

Schlechte Nachrichten für Allergiker: In den Tal- und Beckenlagen gewinnt der Pollenflug des Traubenkrautes, auch Ragweed oder Ambrosia genannt, eine immer größere Bedeutung. Die Pflanze stäubt bis in den Herbst hinein. Aber nicht nur jene, die allergisch reagieren, haben mit dem Traubenkraut keine Freude. "Es zählt zu den invasiven Pflanzen, die mehrere tausend Früchte im Jahr bilden können. Die Samen sind 40 Jahre keimfähig", sagt Roland Eberwein, Leiter des Botanikzentrums in Klagenfurt.

Rasche Ausbreitung

"Neophyten sind mit einem Anteil von 27 Prozent ein wesentlicher Bestandteil der österreichischen Gefäßpflanzenflora. Von den rund 1100 nichtheimischen Arten besitzen aber nur 20 bis 30 Arten ein Gefahrenpotenzial für Wirtschaft, Gesundheit oder heimische Natur", erklärt Eberwein. Einige Arten breiten sich auf Feldern aus. Andere wie das Drüsige Springkraut verdrängen heimische Pflanzen wie Mädesüß oder Baldrian. Manche wie das Gelbe Mönchskraut machen sich so breit, dass man sie nur mehr ausreißen kann.

Den Beginn der Einschleppung fremder Pflanzen macht Eberwein an einem Namen fest: Christoph Kolumbus. Es gibt viele Möglichkeiten der Einschleppung und Ausbreitung: Produktlieferungen (z. B. Baumwolle), Wind, Tiere. Besonders modern ist das Bestellen von Pflanzen übers Internet, das, so Eberwein, "völlig ungeprüft" erfolgt.

Invasive Neophyten passen sich perfekt an Bedingungen wie das Klima an und können große Schäden anrichten. So gelangte beispielsweise durch verunreinigtes Saatgut die Thladianta dubia, die Quetschgurke, auf Kärntner Felder, wo sie am Mais emporklettert und diesen überwuchert. Wird die Erde gepflügt, erfolgt unabsichtlich eine Ausbreitung der Wurzelknolle dieses Kürbisgewächses.

Die Robinie kann sich ebenfalls aggressiv ausbreiten. "Diese Schmetterlingsblütler haben Knöllchenbakterien in den Wurzeln, welche Stickstoff fixieren. Dieser wirkt auf die Robinie wie Dünger. Auch der Boden wird mit Stickstoff angereichert, der für andere Pflanzen nicht verträglich ist", führt Eberwein aus.

Im Botanikzentrum hat man 2010 eine Plattform gegründet, die eine Vernetzung botanischer Gärten vorsieht. So ist ein Informationsaustausch über problematische Pflanzen gewährleistet. In Kärnten werden die Ergebnisse regelmäßig in der "Carinthia II" des naturwissenschaftlichen Vereins publiziert.

ULRIKE GREINER

Einwanderer

Neophyten. Darunter versteht man Pflanzen, die in Gebiete eingeschleppt werden, in denen sie natürlicherweise nicht vorkommen. Die Hälfte der Neophyten wurde beabsichtigt eingeführt, die meisten davon als Zierpflanzen. Unbeabsichtigte Einschleppungen erfolgen durch den weltweiten Waren- und Personenverkehr. Nur wenige Neulinge können in unserem Klima selbstständig überleben oder sich hier ausbreiten.

Invasiv. Einige dieser gebietsfremden Arten breiten sich rasend schnell aus. Sie können heimische Arten verdrängen und in Struktur und Funktion von Ökosystemen nachhaltige Veränderungen verursachen.

Eingeschleppte Pflanzen

Ragweed: Auch Traubenkraut oder Ambrosia genannt. Stammt aus Nordamerika. Die Pollen sind starke Allergie-Auslöser. Die Pflanze beginnt jetzt zu stäuben

Springkraut: Das Drüsige Springkraut tritt in Europa als invasiver Neophyt auf. Stammt aus dem Himalaya. Wurde als Zierpflanze eingeschleppt. Breitet sich rasch aus

Riesen-Bärenklau: Stammt aus dem Kaukasus. Bildet Substanzen, die in Kombination mit Sonnenlicht fototoxisch wirken. Löst Verbrennungserscheinungen auf der Haut aus

Staudenknöterich: Stammt aus Japan. Ist schnellwüchsig. Treibt aus Rhizomen ("Wurzelstöckchen") neue Stängel, die eine Höhe von drei, vier Metern erreichen. Setzt sich rasch gegen heimische Pflanzen durch

Mönchskraut: Das Gelbe Mönchskraut stammt aus dem Kaukasus und dem Nord-iran. Trat im Botanischen Garten in Klagenfurt als aggressives Unkraut auf, musste komplett entfernt werden. Als Zierpflanze eingeschleppt

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