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Zuletzt aktualisiert: 19.08.2011 um 13:00 UhrKommentare

"Gutes" Cholesterin ist nicht immer gut

Das sogenannte "gute Cholesterin" ist nicht immer gut fürs Herz. Bei Patienten, die bereits an einer Herzkrankheit leiden, wird es im Körper verändert und verschlimmert so die Situation sogar noch, wie Forscher des Universitätsspitals Zürich herausgefunden haben.

Foto © Fotolia: Rob-Byron

Herzinfarkte, verursacht durch verstopfte Herzkranzgefäße, sind die häufigste Todesursache in der Schweiz, wie das Unispital Zürich in einer Mitteilung vom Dienstag schreibt. Präventivmaßnahmen zielen meist darauf ab, das sogenannte "böse Cholesterin", das LDL-Cholesterin, und den Bluthochdruck zu senken. Gleichzeitig versuchen Forscher das "gute Cholesterin", das HDL-Cholesterin, für Therapien zu nutzen. Denn Studien haben gezeigt, dass Menschen mit erhöhtem HDL-Cholesterin-Spiegel ein vermindertes Herzinfarktrisiko haben. Zudem hilft das "gute Cholesterin" anscheinend gegen eine beginnende Gefäßverkalkung.

Untersuchung abgebrochen

In einer groß angelegten Studie testete die Pharmafirma Pfizer deshalb vor einigen Jahren eine Substanz, die das HDL-Cholesterin im Körper steigert. Doch die Untersuchung musste abgebrochen werden: Die Substanz namens Torcetrapib hatte das Sterberisiko nicht wie gehofft verringert, sondern sogar erhöht.

In einer im Fachmagazin "Journal of Clinical Investigation" publizierten Studie präsentieren Zürcher Kardiologen nun eine Erklärung für diesen negativen Effekt. Die Forscher um Ulf Landmesser von der Klinik für Kardiologie des Unispitals fanden heraus, dass HDL-Cholesterin bei Herzkranken anders aussieht als bei Gesunden. Herzerkrankungen lassen demnach das "gute Cholesterin" oxidieren, so dass seine positive, gefäßschützende Wirkung verloren geht. Um Patienten richtig behandeln zu können, müsse deshalb nicht nur auf die Menge, sondern auch auf die Art des HDL-Cholesterins geachtet werden, folgerten die Wissenschafter.

Gemeinsam mit Kollegen aus den USA und Großbritannien wollen die Zürcher Forscher diese Annahme nun klinisch untersuchen. Unterstützt werden sie dabei von der Leducq Foundation mit sechs Millionen Dollar (4,19 Millionen Euro).


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